×
Leserbrief

WWF ist gegen Schneekanonen

Alfredo Nolli,
11. Juni 2019, 17:24:18

Quo vadis, Glarus Süd?
Schon wieder wird gegen ein Projekt zur Förderung des Tourismus in der Region und welches durch eine Privatinstitution lanciert wird, Einsprache eingereicht. Wenn schon mit den Umweltverbänden eng zusammengearbeitet wurde und eine Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht wurde, ist die Einsprache des WWF Glarus unverständlich. Auch nicht klar ist mir die Aussage des WWF in Bezug auf die „Ausrichtung der Anlage auf den Sommertourismus“. Die Sportbahnen Elm sowie andere private Institutionen und Regionen im Kanton haben mit Ihren Wanderwegen, Lehrpfade, Riesenwald, Zwerg Bartli-Weg, Trottinet- und Mountaincartfahrten etc. schon Einiges an Sommerattraktionen umgesetzt. Erwähnt werden muss auch die Via Glaralpina, um ein paar Wenige nebst den vielen kleinen Attraktionen zu nennen.
Auch am eher trüben Pfingstsonntag haben zahlreiche Familien den Riesenwald und die verschiedenen Feuerstellen in Elm besucht. Ein kleiner Zürcher Bub sagte voller Freude zu seiner Mami:“Da gits so viel gseh!“. Auf was beziehen sich die Umweltverbände? Welches sind deren Vorschläge? Soll man andere Freizeitaktivitäten anbieten wie z.B. ausgebaute Mountainbikerouten und -downhillstrecken, grösseres Angebot an Klettersteige in der Region, Canyoning, Riverrafting oder einen Golfplatz? Bei welchen Tätigkeiten würde keine Einsprache erhoben werden und trotzdem der Tourismus in der Region gefördert? Einige den oben erwähnten, zeitgerechten und guten Ideen wurden durch Vereine und Einzelpersonen eingereicht und leider auch durch Einsprachen verhindert oder abgelehnt.
Ich kann nur hoffen, dass die Einsprache des WWF Glarus durch den Gemeinderat abgelehnt wird, da diese die Tourismusförderung von Glarus Süd signifikant beeinträchtigt. Zu berücksichtigen bleiben auch die dadurch Risiko behafteten und langfristigen Auswirkungen auf die Ferienregion Elm und Glarus Süd generell. Ein Sommertourismus, wie vom WWF vorgeschlagen reicht nicht aus, dass die Region Glarus Süd wirtschaftlich überleben kann. Dies sollte jedem bewusst sein, zumal die Winterzeit der Attraktivität der Sommerperiode gleich zu stellen ist.
Ist es nicht die Aufgabe der Gemeindeverwaltung, nach der Gemeindefusion und Verpflichtung zur Ferienregion Glarus Süd, alles Mögliche zu unternehmen, um die schöne Region Glarus Süd unter Mitberücksichtigung der Umweltaspekte in eine touristisch attraktive Gegend umzugestalten? Mitunter ein schwieriges Unterfangen, solange kein gemeinsamer Konsens gefunden wird oder immer eine harte „Nein“-sagende Linie verfolgt wird.
Die grossen Unternehmen gibt es nicht mehr und es bleiben unter anderem die Land- und Alpwirtschaften sowie die hochqualifizierten Gewerbebetriebe, auch wenn diese vielfach nur ausserhalb des Kantons Aufträge finden. Vielleicht sollte man sich „Regionalverwaltung und -förderung“ nennen, anstelle Gemeindeverwaltung. Dies hilft eventuell, das Bewusstsein für die gesamte Region und ihrer Zukunft zu stärken.
Wieso fahren wir z.B. gerne ins Südtirol? Wegen dem Essen, den zahlreichen Möglichkeiten der Freizeitaktivitäten oder wegen den Bergen? An dieser Region zeigt sich, dass Landwirtschaft, Gewerbe und Tourismus gut nebeneinander leben können und durch entsprechende Investitionen in Infrastrukturen gleichwohl erfolgreich sind.
Auch wir haben eine grandiose Bergwelt mit all ihren Möglichkeiten, aber wir behindern uns selbst in der Verwirklichung von neuen Ideen. Komisch, wo doch das Wesen eines Glarners eher progressiv und innovativ ist, wie sich dies in der Vergangenheit immer wieder gezeigt hat.
In diesem Zusammenhang verweise ich auf das Memorial zur Gemeindeversammlung vom 21. Juni 2019 der Gemeinde Glarus Süd, wobei ich eine proaktive Haltung des Gemeinderates hinsichtlich touristischer Projekte und Kerninfrastrukturen vermisse. Nur das Beschneiungsprojekt der Sportbahnen Elm AG wird erwähnt und budgetiert, deren Umsetzung nun mit der oben erwähnten Einsprache fraglich wird.
Ist es nicht ein Muss, dass das Thema Tourismusförderung jährlich zur Traktandenliste beigefügt wird? Welche touristischen Projekte werden proaktiv durch den Gemeinderat getrieben und welche mittel- und langfristige Strategie wird verfolgt, um die gesamte Region zu vermarkten? Wie hoch ist das Engagement jedes einzelnen Ratsmitglieds, die ehemals florierende Textilfabrikregion in eine attraktive Wohn- und Ferienregion umzugestalten?
Dazu braucht es zumindest mal einen gemeinsamen Auftritt der einzelnen Tourismusorganisationen der Region Glarus Süd sowie mehrsprachige Internetseiten, wie dies leider nur bei Braunwald.ch und Sportbahnenelm.ch der Fall ist.
Quo vadis, Glarus Süd?

Zum Artikel: Ausgabe vom 7. Juni 2019

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Lieber Herr Nolli, wenn Sie einen so langen Leserbrief schreiben müssen um sich zu erklären, da sehe ich sofort dass Sie immer noch nicht spüren woher und warum soviel Druck auf neue Entwicklungen ausgeübt wird. In einer Demokratie wie in der Schweiz sind die Möglichkeiten endlos. Der einzige Grundsatz ist dass Sie und Leute die denken wie Sie, den Mut aufbringen und für eine politische Partei stimmen die Ihnen bei Ihrem Anliegen aushelfen wird.