×
Leserbrief

Gedanken zum Verkauf der Firma Lista

H. Etter,
04. Juni 2019, 22:03:43

Nach Lesart der Lista Besitzer, machten schwierige Marktumstände den Verkauf der einst angesehenen Firma an ausländische Konkurrenten unumgänglich.
Eins vornweg, der Aufbau der Firma Lista verdient grossen Respekt und Achtung. Die Produkte sind top und Inbegriff für Qualität. Leider hat man aber die Marktentwicklung an sich vorbeiziehen lassen. Statt ausländische Märkte zu erschließen, Produktionsstätten zu eröffnen, konzentrierte man sich nur auf den Schweizer Markt. Dass dieser Markt irgendwann zu klein würde, sollte nun wirklich nicht erstaunen. Der Fall Lista weist (erschreckende) Parallelen zur ehemals stolzen Firma Sauer auf, welche ebenso qualitativ hervorragende Lastwagen, ebenfalls nur für den Schweizer Markt produzierte. Viel zu spät realisierte man Versäumtes und nur dank eines grossen Militärauftrages als „lebensverlängernde Massnahme“, hielt die todgeweihte Firma zwei Jahre länger durch, bevor auch ihr endgültig der Schnauf ausging.
Dass Lista den Schritt ins Ausland zum jetzigen Zeitpunkt nicht „stemmen“ kann, wie der Besitzer darlegte, ist klar. Es bedürfte dazu der gesamten Investitionen und Aufwendungen (auf einen Schlag), welche über Jahrzehnte leider ausgelassen wurden. Dass es auch anders geht, zeigt eindrücklich die Firma Stadler, welche ihre Produkte weltweit verkauft. Früh war Stadler im Ausland unterwegs, investierte in neue Produktionsstandorte im Ausland und entwickelte sich rasant. An sich müsste jedem Unternehmer klar sein, wer auf Bestehendem verharrt, zu bescheidene Wachstumsziele hat, der wird irgendwann aus dem Markt gedrängt. So gesehen ist vielleicht das Scheitern der Familie Lienhard eine Art Chance, ja Weckruf an Unternehmer, zu handeln bevor die „Puste“ wegbleibt.

Kommentar schreiben

Kommentar senden