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Leserbrief

Ein Zeichen setzen am 14. Juni!

Barbara Rimml,
13. Mai 2019, 13:38:01

Rund ein Fünftel weniger als Männer verdienen Frauen in der Schweiz. Die Lohnunterschiede beginnen schon beim Berufseinstieg und zeigen sich auch bei Kaderfrauen. Das ist einer von vielen Gründen, weshalb Gewerkschaften und Frauennetzwerke für den 14. Juni zu einem Frauenstreik aufrufen. Es soll endlich wieder einmal vorwärts gehen mit der Gleichstellung in der Schweiz!

Die Schweiz am Wochenende hat im Hinblick auf den Frauenstreik Firmenchefs im Parlament befragt, wie sie mit streikenden Mitarbeiterinnen umgehen wollen. Während die einen gelassen reagieren, schwingen andere die Drohkeule: Ems-Chemie-Chefin Martullo droht gar mit der Kündigung des Gesamtarbeitsvertrags. Weshalb diese heftige Reaktion? Hat sie etwas zu verbergen? Und was sollen Frauen tun, die bei einem repressiven Arbeitgeber arbeiten, aber trotzdem streiken möchten?

Was sollen Frauen tun, die finden, es muss wieder vorwärts gehen in Sachen Gleichstellung, aber aus verschiedenen Gründen (z.B. Angst, Loyalität, etc.) nicht am Arbeitsplatz streiken oder auf die Strasse können oder wollen? Die gute Nachricht: Es gibt viele Möglichkeiten, sich am Frauenstreik zu beteiligen! Zum Beispiel am 14. Juni ein lila Zeichen setzen: mit einem lila Kleidungsstück, Nagellack, Ansteckknopf. Eine verlängerte Pause machen. Die Arme verschränken. Zu Hause beim Kochen oder Putzen streiken (denn die unbezahlte Haus- und Familienarbeit wird immer noch zu einem Grossteil von Frauen erledigt). Ein Foto der verschränkten Arme machen. Das Foto teilen. Auch mit solchen kleinen Aktionen können Frauen ein Zeichen setzen! Und je mehr Frauen – und solidarische Männer - am 14. Juni ein Zeichen setzen, desto mehr bewegt sich wieder in Sachen Gleichstellung. Und davon profitiert letztlich die ganze Gesellschaft.

Zum Artikel: «Frauenstreik: Martullo warnt Gewerkschaften», Schweiz am Wochenende, 11.5.19

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