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Leserbrief

Abstimmung zum neuen Waffenrecht

René Hobi,
05. Mai 2019, 23:20:01

Am 19. Mai stimmen wir über das neue Waffenrecht ab. Bei einer Annahme werden halbautomatische Waffen mit einem grossen Magazin verboten. Die Neuerungen dienen unserer Polizei dazu, halbautomatische Waffen besser zurückverfolgen zu können und damit den Missbrauch dieser Waffen für Verbrechen zu bekämpfen.
Im neuen Waffenrecht sind aber Ausnahmebewilligungen vorgesehen, so können sich zum Beispiel Mitglieder von Schützenvereinen mit ihren Waffen registrieren lassen, sie können ihre Waffen selbstverständlich behalten und werden keinen Nachteil durch das neue Waffenrecht haben. Von Entwaffnung und Enteignung keine Spur. Ronny Krättli, Nationalratskandidat aus Domat/Ems, behauptet in seinem Leserbrief ausserdem, dass wir schon in der Vergangenheit durch EU-Einschränkungen und -Verbote benachteiligt gewesen seien, beispielsweise seien Staubsauger mit mehr als 900 Watt verboten, bei Dieselautos sowie altem Saatgut, wie es von Pro Specie Rara gefördert wird, gebe es ebenfalls Einschränkungen.

Es ist richtig, dass seit September 2017 nur noch Staubsauger mit maximal 900 Watt verkauft werden dürfen. Die älteren Geräte durften allerdings weiter betrieben werden. Die Stromeinsparungen durch dieses Verbot sind enorm – pro Jahr kann ab 2020 allein durch diese Massnahme in der EU etwa der Verbrauch von fünf Millionen Haushalten eingespart werden. Die neuen, stromsparenden Sauger weisen zudem eine ebenso hohe Saugkraft auf wie die alten Geräte. Also insgesamt ein sinnvolles Verbot.

Auch sind Schweizer Dieselautobesitzer von einem EU-Verbot nicht betroffen. Wenn sie mit ihren Wagen zum Beispiel nicht mehr in Stuttgart herumfahren dürfen, so hat das wenig mit der EU zu tun. Das Fahrverbot haben die Stadt-Behörden verfügt.

Und zur dritten Behauptung: die Saatgut Verordnung wurde in der EU nie eingeführt. Das EU-Parlament hat die Verordnung wuchtig zurückgewiesen, die EU-Kommission hat ihre eigene Verordnung schon 2015 zurückgezogen.

Soweit die Fakten. Herr Krättli, ihre Argumente haben mich nicht überzeugt.
Stimmen wir am 19. Mai Ja zum neuen Waffengesetz – lassen wir unsere Polizei ihre Arbeit weiterhin in enger Kooperation mit den europäischen Staaten machen. Denn Verbrecher kümmern sich nicht um Landesgrenzen.

René Hobi aus Tamins

Zum Artikel: Antwort auf den Leserbrief von Ronny Krättli vom 3. Mai 2019

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