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Leserbrief

Linthwind

Peter Oeschger,
11. April 2019, 16:33:09

Beim Lesen des Artikels zur Umweltverträglichkeitsprüfung fällt auf, dass verschiedene Male auf mögliche Abschaltungen (Eis, Schattenwurf, Vögel, Lärm) verwiesen wird. Eine Umweltverträglichkeit ist also erst gegeben, wenn man diese Abschaltungen in Kauf nimmt.
Vergleicht man die Winddaten (wind-data.ch) für Calandawind und Linthwind , sieht man, dass für beide Anlagen eine mittlere Windgeschwindigkeit von 4.0 m/sec angegeben wird. Daraus resultiert (nach verschiedenen Umrechnungen) eine Jahresproduktion von 28500 MWh. Nun weiss man aus verschiedenen Berichten, dass Calandawind nur dank subventionierten Energiepreisen nicht defizitär ist.Was mich allerdings besonders stutzig macht ist folgendes:
Schaut man sich die Homepage von "Vestas" an (Lieferant Turbine Calandawind und möglicherweise auch Linthwind), zeigt sich, dass im Schaubild Jahresenergie die AEP-Kurve erst bei einer Windgeschwindigkeit von 6.0 m/sec beginnt, also erst beim 1.5fachen der effektiven mittleren Geschwindigkeit! Beim Leistungsschaubild beginnt die Kurve bei 3.5 m/sec, allerdings mit einem Wirkungsgrad von 2%. Wie soll mit einer solchen Anlage eine Wirtschaftlichkeit erzielt werden ?
Noch zum Vergleich mit der Solarenergie: die von Linthwind angegebene Fläche von 28 (mittleren) Fussballfeldern ist korrekt. Aber ein anderer Vergleich ist interessant. Das ursprünglich in demselben Gebiet vorgesehene Gewächshaus von 20ha würde vollauf genügen. Oder das 1.8fache des reduzierten Gewächshauses.
So kann jeder selbst entscheiden ob Wind- oder Solarenergie, aber eins von beiden muss wohl sein.

Zum Artikel: div. Artikel, GL, 11.04.2019

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Gestatten Sie mir einige Anmerkungen zur Wirtschaftlichkeit:

Das Diagramm Jahresenergieproduktion der Vestas 112 beginnt deshalb erst bei 6 m/s, weil die Turbinen für mittlere Geschwindigkeiten ab 6 m/s gebaut und geeignet sind. Bei 6 m/s beträgt die Jahresproduktion 8 GWh. Haldenstein hat viel weniger Wind, um die 5 m/s, und produzierte dmentsprechend 2017 Strom im Ausmass von nur 4.1 GWh. Deshalb ist Haldenstein extrem unwirtschaftlich und kann nur dank massiven Subventionen betrieben werden. Der produzierte Strom 2017 hatte einen Marktpreis von 210'000 Franken und wurde durch die KEV mit 880'000 vergütet. Analog werden die Verhältnisse bei SAK-LinthWind sein. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass die SAK keine Förderzusicherung hat und auch mit keiner Förderung mehr rechnen kann, weil die Mittel erschöpft sind. Damit wird das SAK-Projekt hoch defizitär sein.

Windenergieanlagen rechnen sich grob abgeschätzt ohne Subventionen erst ab Windgeschwindigkeiten von über 8 m/s, wie sie in Küstengegenden oder offshore erreicht werden, oder anders ausgedrückt ab einer Auslastung von über 50%. Haldenstein hatte 2017 eine Auslastung von 15%, die Schweizer Windkraftanlagen im Schnitt um die 20%. Alle sind also weit von einer Wirtschaftlichkeit entfernt.

Rego Rigassi von Suisse Eole hat gesagt, dass nach seinen Berechnungen auch mit KEV eine Windgeschwindigkeit von 6 m/s erforderlich ist, damit sich eine Windkraftanlage rechnet. In Deutschland, wo die Subventionen tiefer sind, gilt eine Geschwindigkeit ab 6.4 m/s als wirtschaftlich.

Alle diese Informationen kann man nachlesen im Dossier "Windkraftwerke in Bilten? Fakten und Argumente zu den geplanten Windkraftwerken in Glarus Nord" von www.linthgegenwind.ch .