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Leserbrief

Generation Uffa

Oliver Hohl,
10. April 2019, 06:45:47

Alle Kritiker der «Uffa-Vorlage» (Neubau Direktverbindung Brambrüesch) haben bis zu einem gewissen Punkt recht: Aus wirtschaftlicher Sicht wird die Brambrüeschbahn auch in Zukunft an der Stadt Chur hängen. Die Betriebskosten werden auch weiterhin höchstens mit den Erträgen der Bahn gedeckt werden können. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es daher das Beste, die Bahn zu schliessen und für rund CHF 4 Millionen zurückzubauen. Viele Kritiker wagen sich diesbezüglich jedoch nicht zu exponieren, sondern setzen sich für angeblich bessere, weil in der Erstinvestition günstigere Lösungen ein. Wer jedoch auch den nächsten Generationen den Weg direkt aus der Stadt nach Brambrüesch ermöglichen will, der sollte sich nicht mit dem Prinzip Hoffnung für Halb-Lösungen einsetzen, welche zwar im ersten Zug günstiger kämen, aber durch höhere Betriebskosten bald schon wieder teurer dastehen als ein kompletter Neubau. Die Sanierung der Kantonsschule (welche schlussendlich erheblich teurer wurde als ein Neubau) lässt grüssen. Als aktiver Nutzer der Bergbahnen nach Brambrüesch, stelle ich zudem fest, dass die Gondel von Chur aufs Känzeli schon heute bei weitem den Bedarf nicht mehr abdecken kann: Lange Wartezeiten im Winter und eine aufgrund zahlreicher Bikes überfüllte Gondel im Sommer zeugen davon, dass die durch eine Volksinitiative beschlossene Pflästerli-Politik (aufgrund welcher die Gondel vor 13 Jahren gebaut wurde) zu kurz griff. Die nun zur Abstimmung stehende Direktverbindung Chur-Fülian-Brambrüesch löst die Probleme mit den Wartezeiten in Chur und der zu kleinen Wartezone an der Kasernenstrasse, verbessert den durch die Biker und zahlreichen Nutzer entstandenen Flaschenhals der Gondel Chur-Känzeli, erhöht die Transportkapazität auf den heutigen Bedarf (inklusive einer angemessenen Reserve), senkt die Betriebs- und Unterhaltskosten gegenüber der bestehenden Anlage und wird uns endlich eine moderne und durchgängig leistungsfähige Bahn von Chur bis Brambrüesch bescheren. Ich entscheide mich für eine Verbindung nach Brambrüesch, weil ich der nächsten Generation auch weiterhin das «Erlebnis Brambrüesch» bieten möchte und Chur sich dieses leisten kann und sollte. Die vorgeschlagene Direktverbindung ist gemäss dem Bericht des Ingenieurbüros Casutt, Wyrsch, Zwicky die beste Variante (insbesondere in Bezug auf Erschliessungsqualität und Betriebsablauf) und ist daher am 19. Mai zu unterstützen.
Oliver Hohl, Unternehmer und Grossrat, aus Chur

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