×
Leserbrief

Wald und Wild

Franco Giovanoli,
09. April 2019, 16:55:14

Grundsätzliche Fragen: Wie viele Hirsche erträgt der Bündner Wald und zu welchem Preis? Für was und vor allem für wen braucht es Hirsche im Kanton? Wer bestimmt die Anzahl der Hirsche?
Für die Bevölkerung welche vom Schutzwald profitiert ist es sicher wichtiger einen intakten Schutzwald zu haben als eine grosse Jagdstrecke.
Wenn man sieht wie in den letzten Jahren der Bestand an Hirschen regelmässig zugenommen hat fragt man sich wieso das so ist oder so sein muss.
Um den Wald zu schützen und Kosten zu sparen, könnte man auch anstatt bald jedes neue Tännchen einzeln zu umzäunen den Hirschbestand reduzieren, zum Beispiel auf 5'000 Stück innerhalb von 10 Jahren. Der Wald würde es mit vielen gesunden Bäumen danken.

Zum Artikel: Waldzustand in der Surselva, GR, 09.04.2019

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Weniger Jagddruck – artgerecht Jagen

Vergleichbar mit der europaweiten Schüler-« wöchentlichen Klimamanifestationen» werden bei uns durch Forst- und BKPJV-Jägerschaften prinzipiell behauptet, dass das Schalenwild Schaden verursacht, den Wald bzw. deren Verjüngung bedroht und das daher alle Mittel beigezogen werden müssten die Rotwildbestände zu reduzieren. Für beide populistischen Ideologien allesamt mit fehlender sachlicher Argumentation!

Wann hört dieser Wahnsinn „Negativ-/Falschmeldungen“ gegen unsere edlen Waldbewohner Hirsch auf? Das Wild gehörnt nun mal in den Wald.

Waldsterben, Baumsterben, Föhrensterben, Eschensterben, Borkenkäferepidemie, Holzpreiszerfall, latente (Dauer-)Gefahr für Rüfen-, Stein- und Geländerutschungen, Grosssägereinen, und, ..und; alles von der Forstwirtschaft hervorgerufen und nie eingetroffene Kathastropenszenarien!! Der Wald ist gesünder denn je und nicht wie jüngst zu lesen war der «..der Bündner Wald ist zu alt», «elf Prozent» des Waldes stehen unter Beobachtung, …, usw.

Die Antihysterie der Forstämter gegenüber dem Hirsch hat selbst vor der Politik nicht halt gemacht! Zusatz-, Sonder- und Winterjagden auf Hirsch- und Rehwild ist die „absolut taugliche Massnahme“ diesen edlen Geschöpfen beizukommen. Die sogenannte Wildzählung wie Abschusszahlen kommen so als non plus ultra Wahrheit daher. Auf welchen Erkenntnissen beruht dies wohl? Einfach nur Annahmen, oder Hochrechnungen? Wild gehört unbestritten in den Wald der Schutz bietet soll für Flora und Fauna (wildlebende Tiere und Pflanzen gem. Naturschutz-Richtlinien der Europäischen Union (EU)).

Sie, die Forstämter, haben keine Begründung mehr ihr Dasein und ihr berufliches Wirken zu rechtfertigen! Die einzig verbliebene, plausible, für den Steuerzahler glaubbare Argumentation, ist das andauernd Bewirtschaften des Wildverbissproblems als für sie stichhaltiges, existenzerhaltendes, wichtigstes Kathastophenszenario „Hirschüberpopulation“ (welche es nicht gibt!) für das sie sich einzusetzen haben. Mit skruppelloser Allianz mit dem Waldwirtschaftsverband SELVA werden Verbandsgelder (Verbandsgelder=Gelder aus Jahresbeiträgen der Verbandsmitglieder (Steuergelder) eingesetzt um die NEIN-Parole Sonderjagd zu finanzieren.
Unwahrheiten der Presseschaffenden, meist auf den Frontseiten der Tageszeitung? Für wie naiv und sachunverständig halten Sie als Zeitungsmacher die Leserschaft? Nichts ist wahr und nichts ist eingetroffen was von der Forstfront kommt. Das Gegenteil ist wahr!

- der Schweiz. Nationalpark hat seit über hundert Jahre keine Axt
gesehen! Existiert nach 100 Jahren heute noch.

- im Sihlwald fallen ohne Fremdeinwirkung wertvolle, dicke Eichen,
Buchen, Eschen, etc. dem Käfer zu Frass.

- Die Nahrungskette bei optimaler Biodiversität (im Wald) ist
gewährleistet.

- die Waldfläche nimmt schweizweit zu. Zunahme in Graubünden 2 %/J.
Innerhalb der letzten 10 Jahre.

- Die Waldgrenze steigt stetig und liegt im Bereich Mittelbünden von
1900 -2000 m.ü.M.. Diese beeinflusst den Steinschlag, Lawinengefahr
positiv!

- Der Zuwachs an Holz im GR-Wald wächst natürlich ca. jährlich 300'000
– 400'000 m3 nach. Genutzt werden max. 100'000 m3/Jahr. Diese
riesigen Zahlen herunterbebrochen auf das zarte Sämling oder
Jungbäumchen reicht vollends aus dem Hirsch im Winter ein paar
Bissen nährstoffarmer Nahrung zu sich zu nehmen.

Der gegenwärtig erzeugte Jagddruck ist unnatürlich und menschen (förster) gemacht. Ruhe und Pflege des Lebensraumes für die einheimische Flora und Fauna ist Gewähr für nachhaltigen, artenreichen, ungleichalterigen gesunden Wald. Deshalb ein deutliches Ja für die Abschaffung der Sonderjagd am 19.05.2019 in Graubünden.

Christ Tscharner, Jäger, dipl. Förster aD., Waldbesitzer,

Da wird vermutlich jeder Bündner und jede Bündnerin zustimmen, dass der Wildbestand reguliert werden muss, wenn ein Überbestand vorliegt. Die Fragen sind aber, wann gibt es einen Überbestand und wie kann dieser reguliert werden? Und genau da scheiden sich die Geister. Eine Regulierung des Wildbestandes noch bis in den Dezember hinein mit einer Sonderjagd finde ich den falschen Weg. Im Dezember, wenn bereits Schnee liegt und die Tiere kein Futter mehr finden oder nicht gefüttert werden dürfen (welche Politiker hatten diese Folteridee!) noch die Tiere mit einer Jagd herumscheuchen, das grenzt an Tierquälerei. Da muss es andere Wege geben. Wir hatten zwei strenge Winter, die den Tieren zugesetzt haben, ich lese nichts davon wie sich der Wildbestand dadurch reduziert hat. Man muss zuerst eine genaue und vertrauenswürdige Auslegeordnung machen auch bezüglich des Wildbestandes und dann über konkrete Massnahmen reden. Ich vertraue heutzutage den öffentlichen Verwaltungen nicht mehr. Da werden mit Fake-News Horrorszenarien an die Wand gemalt, obwohl keine vorhanden sind. Das aktuellste Beispiel sind die Fake-News des Bundesrates bezüglich der Heiratsstrafe.

Alle Kommentare anzeigen