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Leserbrief

Wärmeverbund Domat/Ems ist alles andere als umweltfreundlich

Julius Candinas,
01. April 2019, 10:28:29

Teile von Domat/Ems werden zukünftig mit umweltfreundlich produzierter Wärme versorgt, schreibt Reto Furter in der SO vom 29.03.2019. Ein System, welches jährlich 13 Tonnen gesundheitsschädigender Feinstaub produziert, soll umweltfreundlich sein. WWF und die «Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz» (AefU) Graubünden wehrten sich damals gegen das Emser Kraftwerk. «Mit der Vortrocknung der Schnitzel wird tonnenweise gesundheitsschädigender Feinstaub in die Luft ausgestossen», warnte Gustav Ott, AefU-Präsident Graubünden, in der Südostschweiz vom 30.01.2015. Und das WWF Graubünden kritisierte: «KEV ist für den Klimaschutz und nicht für ein solches Staubmonster geschaffen worden.»

Holzbefeuerte Anlagen sind Feinstaubmonster - in Domat/Ems 13 Tonnen jedes Jahr. Für die Gesundheit und die weissen Vorhänge der Emser/innen einfach viel. Solche Anlagen als umweltfreundlich zu bezeichnen ist absurd. Gemäss Krebsliga sind Russpartikel krebserregend. Umweltaktivisten schreien nach weniger CO2 zum Schutz der Umwelt. Dass aber auch der Mensch Teil der Umwelt ist, vergessen viele CO2-Hysteriker. Der Feinstaub gefährdet die Gesundheit - nicht das CO2! Was bringt eine Welt ohne CO2, wenn dabei die Menschen im Feinstaub ersticken? Umweltschutz JA – CO2-Hysterie NEIN.

Zum Artikel: Kommentar von Reto Furter, SO 29.03.2019

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Herr Candinas verwechselt in seinem Leserbrief vom 1. April 2019 zwei Sachen. Die Holztrocknung der Axpo Tegra in Domat/Ems und den Wärmeverbund Domat/Ems. Der Wärmeverbund Domat/Ems nutzt Abwärme der EMS-Chemie und gegebenenfalls Abwärme der Axpo Tegra. Diese Unternehmen leiten heute ihre Abwärme ungenutzt über den Schifflibach in den Rhein. Der Wärmeverbund nutzt diese Wärme über Wärmetauscher im Schifflibach sinnvoll. Die Tatsache, dass die Axpo Tegra eine Holztrocknung betreibt, hat nichts mir der Wärmenutzung des Wärmeverbunds Domat/Ems zu tun. Die Headline "Wärmeverbund Domat/Ems ist alles andere als umweltfreundlich" ist absolut falsch.

"Mit dem Biomasse-Kraftwerk auf unserem Werkplatz in Domat/Ems GR konnten wir zwischen 2001 und 2017 85 Prozent unseres CO2-Ausstosses einsparen", sagte Martullo-Blocher dem Blick. Grund für die Reduktion sei der Wärmebezug der Tegra - anstelle von Erdgas.

Der Wärmeverbund nutzt die Abwärme der Ems Chemie (Tegra Energie) und der Tegra, welche von der Tegra produziert wurde. Die Realität wird nicht besser, indem man sie ignoriert. Nicht alles was Sinn macht, ist auch umweltfreundlich. Es ist richtig diese Wärme zu nutzen und, wenn Wärme aus einer Anlage, welche 13 Tonnen Feinstaub pro Jahr produziert, als umweltfreundlich gilt, dann haben Sie Recht.