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Leserbrief

Potenzial des Untouristischen

Peter Tarnutzer,
26. März 2019, 10:23:27

Die Beiträge von Stefan Forster zum Bündner Tourismus lese ich immer wieder gerne. Die Artikel zeigen einen jugendlichen Innovationsgeist und zeugen von einer hohen Kompetenz im Tourismus. Angebote ohne Massentourismus haben ein riesiges Potential. Erlebnisse in der Natur und die Authentizität unserer Kultur sind die Zugpferde der Zukunft.
Auch wir im Bündnerland haben dieses Potenzial. Würde die Raumplanung die Nutzung unserer Ställe freigeben so könnten auch bei uns vermehrt solche Angebote entstehen. Und weil da ausserhalb der Bauzonen keine neuen Bauten erlaubt sind (nicht mal Fahnenstangen) , bleibt das Angebot im kleinen Rahmen und überschaubar. Alle die schon einmal als Kind einem Landwirt beim Heuen geholfen haben oder in der Einfachheit eines Maiensässes in der Natur übernachtet haben wissen was ich meine.
Solange es aber Leute gibt - wie auf der Lenzerheide wo das Trinkwasser den Gästen dreimal teurer angeboten wird als den Einheimischen - sehe ich schwarz für den Tourismus Graubündens. Innovative Leute wie Stefan Forster oder die CVP Leute - wie Reto Crameri und Gian Derungs, mit CVP Regierungsrat Marcus Caduff und dem Chef vom Amt für Raumplanung Richard Atzmüller lassen mich aber hoffen, dass Graubünden sich touristisch in eine gute Richtung weiterentwickeln wird.
Natürlich gibt es extreme Organisationen und Personen, die in unseren Bündner Bergen lieber eine Natur ohne Menschen haben möchten. Sie vergessen dabei, dass sie selber Mensch sind. Es gibt auch egoistische Leute, die nur sich selber in den Bündner Bergen sehen möchten.
Der Bündner Heimatschutz hat an einer Podiumsveranstaltung in Schiers den Vorschlag gemacht, die 200 Millionen, die der Bündner Landwirtschaft pro Jahr zufliessen, für den Erhalt der Ställe und unserer Kultur einzusetzen. Da würden sich die vielen privaten Stalleigentümer und Nichtlandwirte freuen über die Fr. 50'000 Zustupf für die Sanierung ihres Stalls aus der Landwirtschaftskasse und aus öffentlichen Geldern.
Dieser undurchdachte Lösungsansatz steht diametral zum Win Win Ansatz von Reto Crameri welcher eine Beseitigung der Nutzungsbeschränkung und somit die Finanzierung und den kulturellen Erhalt durch die Eigentümer zum Ziel hat. Wir sind gespannt welchen Weg Graubünden gehen wird.

Zum Artikel: Zum Artikel von Stefan Forster „Potential des Untouristischen“ vom Freitag 15.3.2019

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Peter Tarnutzer, dass Sie die – auch in GR – immer rarer werdende Naturunberührtheit löchern wollen wie einen Emmentaler Käse mit Bauland (inklusive der wie ein Rattenschwanz dranklebenden Infrastruktur, dem Remmidemmi inklusive Fahnenstangas und Verkehr), dass die Standorte ehemaliger Heuschober wie im Goldrausch im Wilden Westen (der auch nur verbrannte Erde hinterliess) "um-deklariert" werden soll, war schon immer falsch.
Inzwischen finde ich Ihre Überredungsversuche bloss noch absurder.
1) Der Wasserpreis für Touristen in Lenzerheide störe Sie, schreiben Sie. Warum schreiben Sie nicht, dass Sie die Abzockerei der Touristen bei Logis stört, nicht nur in Davos (wo es sogar Bundesrätin Leuthard störte und WEF-Direktor Zwinggi eine Anzeige wegen Wuchers erwog), St. Moritz (wo immer mehr Einheimische die gestiegenen Preise nicht mehr zahlen können, quasi zu Flüchtlingen in der Heimat werden), wo ich nicht wenige Wöhnigli oder Hütten für über 5000 Franken pro Monat angeboten sah irgendwo abgelegen.
2) Sie führen als Referenz Professor Forster an, ob der seine Freude daran hat, sei dahingestellt, und ob Forsters "Kultur-Strategie" funktioniert, verneine ich eh, weil ich in GR viel Unkultur sehe und weil Kultur kein Must-have ist wie Gesundheit, die bereits in naher Zukunft dramatisch an Bedeutung gewinnen dürfte.
3) Ich durchschaute es ja von Anfang an als Heuchelei, die hehre Behauptung, die Holzhütten wegen Kultur, Landschaftsschutz erhalten zu wollen. Aber jetzt, wo justament der Bündner Heimatschutz ebendies ermöglichen will, nämlich diese Hütten zu erhalten, decouvriert sich: Es geht nicht um den Heuschober-Kulturfotosujet-Erhalt, sondern brutal um die Baulandgoldrausch.
4) Peter Tarnutzer: "Es gibt auch egoistische Leute, die nur sich selber in den Bündner Bergen sehen möchten."
Diametraler (quasi Opfer und Täter vertauschend) auf den Kopf stellen könnte man es nicht, wie folgender Kommentar zeigt:
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2019-03-27/musikhotel-raumplaner-…
Mein Fazit:
Wer in GR das Klima und somit die Natur (bzw. unsere Gesundheit, die an der Natur hängt) schützen will, wählt nicht FDP (Fuck De Planet) oder SVP, aber eben auch nicht CVP (Crameri, Marcus Caduff & Co).