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Leserbrief

Konzernverantwortuntsinitiative

Anita Weber,
14. März 2019, 22:23:06

Als Mutter eines vierjährigen Sohnes macht es mich tieftraurig zu lesen, dass der Ständerat hat dem anscheinend massiven Druck der Wirtschaftsverbände nachgegeben hat und über den Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative nicht einmal diskutieren will.

Ich stelle mir vor, wie ich diesen Entscheid wohl empfinden würde, wenn ich nicht hier in der schönen Schweiz, sondern in Afrika leben würde und wüsste, dass mein kleiner Goldschatz schon in wenigen Jahren sein Leben riskieren müsste, um in 100m tiefen Schächten bei 50 Grad Celsius Gold abzubauen, welches später von “unwissenden” Schweizer Raffinerien verarbeitet und mit grossem Gewinn weiterverkauft wird.

Oder wenn mein Kind schwerstbehindert zur Welt gekommen wäre, weil ein Schweizer Chemiekonzern im grossen Stil hochgiftige Pestizide in mein Land exportiert - obwohl diese in seinem Heimatland aufgrund ihrer Toxizität schon seit Jahrzehnten verboten sind.

Oder wenn ich nicht wüsste, wie ich meinen Sohn ernähren soll, weil ein Schweizer Rohstoffgigant mit seinen Chemikalien unseren Boden und unser Wasser vergiftet hat, weil er offenbar glaubt, diese gehörten ihm.

Ich glaube, ich würde nicht begreifen, wie die Politiker eines so reichen Landes derart zynisch sein können zu behaupten, eine stärkere Kontrolle der internationalen Konzerne würde ihrer Wirtschaft zu sehr schaden. Ich würde mich fragen: Haben die denn keine Kinder?

Zum Artikel: Stöckli schützt die grossen Konzerne, 13.3.2019

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