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Leserbrief

Zivildienst

Sandro Ursch,
22. Februar 2019, 16:41:04

Zivildienst versus Militärdienst?

Mein Kommentar: unbrauchbar. Der Bundesrat hat mit seiner Armee ein Problem: Es gehen zu wenige dorthin. Nachdem 2009 die Gewissensprüfung abgeschafft worden war und bei der Wahl zu einem Zivildienst eine anderthalb Mal längere Zivildienstzeit in Kauf genommen wird, wählen immer mehr junge Menschen den Dienst in sozialen Institutionen. Der Zivildienst hat gegenüber dem Armee-Dienst an Attraktivität gewonnen. Jetzt hat man Angst, der Armee gehen die Leute aus. Was der Bundesrat in die Vernehmlassung schickt, gleicht einer Kurzschlusshandlung. Man macht den Zivildienst wieder unattraktiv. So einfach soll es sein. Schade. Es ist nicht so, als dass ich gegen das Militär bin. Auch ich habe drei Rekrutenschulen absolviert, nicht wie in der Schule weil man’s nicht kapiert hat. Nein, weil auch ich Spass dabei hatte. Heute betrachte ich die Welt aber anders und die Wahlmöglichkeit ist eine andere. Der Zivildienst nimmt in unserer Gesellschaft eine wichtige soziale Rolle ein. Viele Institutionen, Alters- und Pflegeheime, Spitäler und Kliniken und viele mehr können sinnvolle Zivildienst-Plätze anbieten. Diese Arbeitskräfte würden plötzlich in grossem Masse fehlen. Zivis leisten gute Arbeit die von Patienten, Heimbewohnern und vielen mehr dankbar angenommen und hoch geschätzt wird. Das Schlechtmachen einer guten Sache kommt allen Akteuren nicht gerecht. Es wurde grosse Aufbauarbeit geleistet und die Zivildienstzentren leisten gute und gründliche Abklärungsarbeiten bei der Bestimmung von Einsatzbetrieben. Die heutigen Zugangsbestimmungen zum Zivildienst kommen unserem heutigen Menschenbild gerecht. Jetzt geht man einher und möchte eine gute Sache wieder schlecht machen. Indem man aber etwas Gutes schlecht macht, damit etwas vermeintlich weniger gutes plötzlich gut da steht, funktioniert vielleicht in der statistischen Theorie; aber nicht im realen Leben. Es ist wie wenn man gute Schüler nicht mehr fördert. So holen natürlich die schlechteren Schüler im Verhältnis auf. Aber, Hand auf’s Herz, dabei können nur alle verlieren. Denn der Gedanke dahinter ist destruktiv. Wäre es nicht besser, die Hebel bei der Armee anzusetzen und sie im konstruktiven Sinn attraktiver zu machen? Nur im Wettstreit um Attraktivität entstehen bessere Dinge. Was es dazu braucht? Gute Ideen und positives Denken.

Sandro Ursch, Mitglied Vorstand CVP Chur

Zum Artikel: Hürde für Zivildienst soll weiter erhöht werden, 21.02.2019

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