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Leserbrief

Churer Mühlbäche

Peter Metz,
30. Januar 2019, 10:26:34

Churer Mühlbäche im Fokus

Am 18. Januar hat die Stadt Chur den Quartierplan Welschdörfli 4 (Areal zwischen Kasernen- und Sägenstrasse) aufgelegt. Die Planauflage enthält viele positive Elemente, so die Erhaltung prägender Bauten wie die Villa Willi und die alte Fuhrhalterei. Der geplante Baukörper im Osten erscheint uns zu wuchtig vor den zierlichen Gebäudezeilen des Welschdörflis. Wertvoll dagegen die Begrünung durch die verlängerte Allee und die begrünten Innenhöfe und Dächer. Besonders freut uns, dass der Mühlbach in die Gestaltung einbezogen wird: in einem längeren Abschnitt offen und strukturgebend.

Die beiden Churer Mühlbäche mit ihren über 8 Kilometern Länge stehen oft im Fokus von neuen Bebauungsansprüchen. Sie sind zusammen mit Plessur und Rhein eine grosse Chance für Churs gegliederte Bebauung und Verbindung zum Umland. Stadt und Kanton haben das endlich erkannt. Als die Badanstalt Obere Au 1971 gebaut wurde, hat man den Obertorer Mühlbach schlicht in eine Röhre verlegt, heute wird er weitgehend offen durch die neuen Anlagen geführt werden. Gespannt sind wir auf die Erweiterung der HTW: Wird der Kanton den heute offen sprudelnden Mühlbach kreativ ins Baukonzept einbeziehen?

Im Bereich der Mensa Münzmühle im Sand hat der Kanton Hand geboten zu einer attraktiven Lösung: Das neu gebaute Mühlrad steht markant vor einem längeren, offen geführten Bachabschnitt und produziert ordentlich Strom. Über viele Jahre hat der „Verein Kleinkraftwerke Churer Mühlbäche“ das 100-jährige Mühlrad unterhalten und Führungen angeboten. Dasselbe beim Kleinkraftwerk CADA an der Sägenstrasse; dieses wird von der Stadt Chur unterhalten, und ein Mitglied des Vereins bietet Führungen an. Eine zeit- und kostenaufwendige Aufgabe bildet das Pulvermühle-Museum und der damit verbundene Werkkanal; verantwortlich dafür sind Thomas Domenig als Eigentümer des Areals und der historischen Bauten und Gaudenz Schmid-Lys als passionierter, freiwillig tätiger Leiter.

Im letzten November hat der Verein Kleinkraftwerke Churer Mühlbäche seine Auflösung beschlossen. Der Stadtverein wird dessen Anliegen zusammen mit Mitgliedern des aufgelösten Vereins künftig in einer „Spezialkommission“ (www.stadtverein-chur.ch) weiterverfolgen.

Peter Metz, Stadtverein Chur

Zum Artikel: "Urbane Überlegungen", So am Wochenende, 19.1.2019

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