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Leserbrief

COPD (chronic obstructive pulmonary disease) oder die Neue Pest!

Guido Gyssler,
21. November 2017, 21:36:33

Hallo liebe Leser

Schon mal was von COPD gehört, oder vielleicht von Gold IV Stufe D?

COPD ist eine Lungenkrankheit, eine chronische Erkrankung der Lungenwege und Lunge die in „Gold“ Stufen von I-IV bemessen wird, und jede Gold-Stufe hat noch eigene Unterstufen von A-D

Ich selbst leide seit Jahren unter COPD Gold IV, Stufe D (also die letzte Stufe), eine unheilbare und leider auch nicht therapierbare Krankheit, die unweigerlich zum ableben führt.

Wie lebt es sich mit so einer Krankheit? Na ja, ganz langsam, möchte ich mal sagen. Man kann keine Belastungen mehr ertragen, nicht mehr Treppensteigen (sollte man in einem Haus ohne Fahrstuhl leben), und das schlimmste, nicht mehr normal spazieren gehen. Alles langsam, langsam, langsam. Sollte man sich nicht daran halten, kann es sehr schnell zu Husten und zu Hustensynkopen führen, und der damit verbundenen Ohnmacht.

Warum schreibe ich das überhaupt hier?

Ganz einfach! Um die Menschen hier in Chur einmal ein bisschen aufzurütteln, oder zu sensibilisieren für die Probleme des COPD, denn es scheint sich trotzt eines Krankheitsaufkommens von ca. 400‘000 Menschen (Schweiz weit), nicht bis zu uns nach Chur durchgesprochen zu haben, dass man mit dieser Krankheit, speziell ab Gold III, weder arbeiten noch ein normales Leben führen kann.

In der ganzen Schweiz gilt COPD als Invaliden-Krankheit, und wird bereits ab Gold III, als Vollrente beschrieben, nur leider nicht in Chur. Die Churer scheinen selbst mit Gold IV, laut der IV-Behörde noch arbeitsfähig sein (absoluter Blödsinn).

IV-Ärzte, IV Beamte die für die Rentensprechung verantwortlich sind, oder Verwaltungs-Richterinnen und Richter des Verwaltungsgerichtes Graubünden, leben augenscheinlich auf einem anderen Planeten, als der Rest der Schweizer. Denn hier in Chur, ist man mit COPD Gold IV Stufe D (letzte Stufe vor dem Sarg), immer noch arbeitsfähig.

Ich habe lange gegen solche Menschen versucht zu kämpfen, steht in der Hoffnung irgendwann mal auf jemanden zu treffen, der genug Verstand und Anstand besitzt, um sich mal hinzusetzen, und dieser Krankheit das gebührende Interesse zu zollen. Dann würde sich sehr schnell zeigen, dass es unmöglich ist für einen COPD Kranken, weiterhin in unserem schnelllebigen Arbeitsmarkt tätig zu sein.

Es ist unverständlich für mich, wie viel Energie die IV-Verantwortlichen, ja selbst die Richter des Verwaltungsgerichtes, investieren, um die Umstände dieser Krankheit zu minimieren, ja sogar so weit gehen, dass der Betroffene selbst sich wie ein unnützes Mitglied dieser Gemeinde vorkommt oder wie ein Simulant.

Keiner dieser sogenannten klugen Menschen, die ja eigentlich für den Schutz und die Gerechtigkeit der Bevölkerung eintreten sollten, hat sich jemals die Zeit genommen mit einem COPD Patienten wirklich zu sprechen, oder mal zu erleben, was es heißt, keine Luft zu bekommen, nicht atmen zu können, Panik Attacken zu haben jedes Mal wenn man erwacht, oder Dinge nur noch mit Zufuhr von Sauerstoff erledigen kann.

Ich bin mir auch sehr sicher, dass ich die betreffenden Richterinnen, Richter oder IV-Verantwortlichen nicht namentlich nennen muss, da diese mit Sicherheit wissen wer damit gemeint ist.

Sie wollen wissen wie man das nachempfinden kann?

Einfach: Nehmen Sie eine Trinkhalm in den Mund und verschliessen Sie Ihre Nase mit einer Wäscheklammer, dann atmen sie nur durch diesen Trinkhalm. Jetzt legen sie eine Strecke von ca. 50 Meter rennend zurück, und versuchen immer nur durch den Trinkhalm zu atmen:

Und?? Wie war das. Beängstigend, oder?

Ich hoffe, dass wir endlich auch in Chur, IV-Verantwortliche bekommen, die nicht nur an ihr eigenes Wohlbefinden denken, und Richterinnen und Richter, die endlich mal für die Bevölkerung da sind, und Berichte und Gutachten auch lesen. Nur dann wird es irgendwann mal möglich sein, dass Kranke Menschen mit der Lungenkrankheit COPD auch zu ihrem Recht kommen, und nicht mehr die EXIT benötigen müssen, weil sonst ein weiterleben nicht mehr möglich ist.

Solltet Ihr auch solche Probleme kenne oder haben, schreibt mir doch einfach auf meine Mail (nikitaxi@yahoo.com) oder meldet Euch direkt bei der Lungenliga.

Euer
Guido

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Sehr geehrter Herr Reuss Danke für Ihren Kommentar und selbstredend fühle ich mit Ihnen, was Ihre Herzinsiffizienz betrifft. Und leider liegen Sie vollkommen richtig damit, dass es niemanden (speziell die Verantwortlichen der IV) interessiert. Das warbauch der Grund meines Leserbriefe, und ich möchte an dieser Stelle der TSO herzlichst danken, dass man dieses unbequeme Thema publik gemacht hat. Ich will lediglich auf die misseraBöen Umstände in der Behandlung von an COPD erkrankten Menschen in Chur aufmerksam machen, und hoffe, dass sich viele hier melden mit dem selben Problem. Welches lautet: Krank sein mit einer tödlichen verlaufenden Krankheit, und dementsprechend von kompetenten Fachleuten bei der IV (welche jetzt nicht vorhanden sind) beraten und beurteilt werden. Und von einem Verwaltungsgericht, bei dem es Richtervund Richterinnen gibt, die sich für die Leiden der Bevölkerung interessieren, und nicht nur für die Lügengespinste der IV. Und das sich diese Genannten nicht einfach nur hinter irgendwelchen nicht nachvollziehbaren Gesetzen verstecken können. Besten Dank und bitte shreibt Eure Meinung Guido

Guido Gyssler, vielen Dank und meine Solidarität für Sie. Ich finde COPD eine schreckliche Krankheit ähnlich wie Herzinsuffizienz, es ist ein langsames, qualvolles Sterben, quasi Marterpfahl. Meine medizinischen Hauptthemen sind die Wirkung von 1) Lärm (die Alten Chinesen richteten durch Lärm hin, vergleiche auch Wassertropfentod-Phänomen) und Luftschadstoffen auf Organismen. Ich erlebe wie Sie, dass das praktisch niemanden interessiert, obwohl von der Gesundheit unser Leben abhängt.
Deshalb mein Modell "Gesundheitstourismus Graubünden auch für Erstwohner" bzw. "Graubünden - hier gesundet die Welt", das sich immens vom "offiziellen Gesundheitstourismus des Kantons" unterscheidet - und essenziell ist, ein Must-Have statt die Nice-to Have oder Hate-to-Have von GRF, und deshalb "gekauft" würden wie Wasser in der Wüste (apropos Wüste, in Italien gabs dieses Jahr nur 10 Prozent der normalen Niederschläge, Wasser from heaven, SO 20.11.2017, wie lange von dort noch Gemüse und Früchte kommen?). Den Zukunftsmarkt voraussehen, das wäre doch die Kernkompetenz von Unternehmern, wenn nicht die Subventionen flössen.
Siehe Kommentare COPD:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2017-11-16/umfahrung-uznach
http://www.buendner-tagblatt.ch/contact/report?cid=1278&destination=/co…
https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/2017-09-11/graubuenden-positio…
https://www.suedostschweiz.ch/tourismus/2017-10-12/verheerender-winter-…

"Tagesdosis" und "Grenzwerte" nur für Grenzdebile? Der "Grenzwert darf umso höher sein, je weniger man forscht und je weniger die Haftung gesetzlich gewährleistet". Nach Fukushima wurden in Europa einfach die Grenzwerte hinaufgesetzt. Meine Meinung zu Grenzwerten: Wer dran glaubt, dürfte dran glauben müssen.
Goldig finde ich den Bundesrat, der mehr Arbeit befürchtet ohne Roundup (zu deutsch: Breitbandvernichter). Die meiste Arbeit hingegen befürchte ich, wenn Nano-Partikel, Glyphosat, Plastikmikrochemie in Seen/Meeren/Grundwasser und Radioaktivpartikel ubiquitär sich befinden, nicht-zurückholbar, sprich: irreversibel, der Geist aus der Flasche ist, One-Way-Ticket. Und wer wählt den Bundesrat? Und wer wählt das Parlament? Denken... Volkssport? Und wer heilt die explodierenden Leiden und Krankenwesenkosten?

https://www.suedostschweiz.ch/politik/2017-11-19/glyphosat-in-fast-der-haelfte-der-esswaren

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