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Leserbrief

Kerngeschäft Handelsbilanzdefizit?

Wolfgang Reuss,
09. Juli 2017, 16:51:08

Den "Gesundheitstourismus" von Sankt Moritz finde ich eh eher das Gegenteil meines Gesundheitstourismus https://www.enjoystmoritz.ch/index.php/2016/09/22/klare-haltung-und-positionierung-entscheidend-fur-erfolgreichen-gesundheitstourismus-fotogallery/

SO lobt enthusiastisch: «Wenn es einen Klassiker unter den Sommer-Events in Graubünden gibt, dann (...) British Classic Car Meeting in St. Moritz.»

https://www.suedostschweiz.ch/ereignisse/2017-07-09/im-engadin-rollen-raritaeten

https://www.suedostschweiz.ch/sport/mehr-sport/2017-06-07/auf-der-lenzerheide-knattern-die-motoren-wieder

Im Gegenteil: Eine renitente persistente Schande finde ich es, dass im grössten Kanton, der am längsten Autofahrverbot (bis 1925) hatte und heute nicht einmal eine einzige autofreie Destination (schweizweit neun gemäss Schweiz Tourismus), seit x-Jahren dem Tourismus jedes Jahr Millionen subventioniert werden (via GRF-Budget, Steuererleichterungen etc. etc.), jedoch ich sehe keinen Druck auf diese "Unternehmens-Sozialhilfeempfänger", während "konventionelle" Sozialhilfeempfänger eher endlos Hürden, Belege, Tatbeweise etc. erbringen müssen, damit ihnen etwas erbracht wird.

Im Gegenteil, mir kommt der Kanton etwa so vor wie der Marketing-Neusprech von GRF (Schein statt Sein).

Regierungsrat Parolini wies GRF mindestens seit 2016 an, Kundenwünsche zu erfüllen, am GRF-Neujahrsapéro maximierte er seine Anweisung: «Parolini erwartet BEDINGUNGSLOSE Ausrichtung auf KUNDENBEDÜRFNISSE» (SO 4.1.2017 Seite 3).

Auflagen/Ideensuche? Dass ich seit Jahren über meinen "Gesundheitstourismus auch für Einheimische" ("Gesundheitspark GR - hier gesundet die Welt") schreibe, der auch grundsätzlich die Krankenwesen(leiden)kosten-Wachstumsraten (von denen der Tourismus nicht mal träumt) lösen könnte - beides miteinander (quasi kongruent) als einzigem logischen Turnaround - warum müssen sich mit diesem Lösungsvorschlag nicht zwingend seriös jene Subventionenempfänger auseinandersetzen, die vom Kanton wohl schon weit mehr Geld erhielten als das vielgescholtene Mayr Melnhof?

Zumal die SO just jetzt (8.7.2017) titelt:

«Trendwende im Schweizer Tourismus :

Erstmals seit vier Jahrzehnten haben Schweizer Touristen mehr Geld im Ausland ausgegeben als ausländische Touristen bei uns.»

Wow! Ausgerechnet im Kerngeschäft ein Handelsbilanzdefizit. Hut ab! Also, nochmals meine Frage: Wenn jemand wirklich in Not ist - so wie es die Touristiker vorgeben - dann würden die Betreffenden doch jede erdenkliche Art von Rettung herbeiziehend zumindest prüfen - oder warum gibt es das Sprichwort:

https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=~~nach%20jedem%20Strohhalm%20greifen&suchspalte%5B%5D=rart_ou

Stattdessen titelt die SO 8.7.2017: "Retten E-Bikes das Reiseland?" ("selbst Roger Federer will bald auf die Piste"):

Das als Teilaspekt des Gesamttourismus kann nicht "die Lösung" sein, zumal es auch andere Länder (billiger) anbieten. Und punkto Krankenwesen (zu dem die CVP soeben ihre Volksinitiative vorstellt

https://www.suedostschweiz.ch/politik/2017-07-08/cvp-spitze-will-volksinitiative

sei erwähnt, dass Bikes über Stock und Stein nicht gerade gelenkefreundlich wirken.

Siehe Kommentare:

https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2017-06-20/ostluft-noch-immer-nicht-sauber-und-die-folgen

https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2017-06-17/radar-sportwagen-liebhaber-im-blitzlichtgewitter

https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2017-06-04/lebenswertverkehrswert-gr

https://www.suedostschweiz.ch/politik/2017-07-08/regierung-segnet-disentiser-beschneiung-ab

Ebenso nicht Gesundheitstourismus finde ich, dass St. Moritz und GRF Erfolg suchen via antipodischer Gäste aus Indien, China etc., die sicher nicht mit Segelschiff/Pferdebuggy reisen.

https://www.suedostschweiz.ch/ereignisse/2017-07-06/graubuenden-setzt-auf-pferde

Alles Weitere nachlesbar bei mir.

Zum Artikel: Trendwende im Schweizer Tourismus (SO 8.7.2017)

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