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Streit um Eichfeld-Quartier: Genossenschaft wehrt sich

Im Eichfeldquartier in Rapperswil-Jona sind mehrere Bauprojekte geplant. Das stösst Anwohnern sauer auf – sie haben deshalb eine Motion lanciert. Eine Wohnbaugenossenschaft, die zwei neue Wohnblöcke bauen will, wehrt sich nun gegen die Vorwürfe von Profitdenken und Familienfeindlichkeit.

Südostschweiz
Mittwoch, 22. Februar 2017, 05:30 Uhr Rapperswil-Jona
Erheben Vorwürfe: Die drei Initianten der Motion. (Bild: Daniel Graf)

Die Wohnbaugenossenschaft Gallus (WGB) will im Eichfeldquartier in Rapperswil-Jona zwei neue Wohnblöcke bauen. Weitere Projekte in der Umgebung sind ebenfalls geplant. Diese rege Bautätigkeit geht Anwohnern gegen den Strich. Sie haben im Juni letzten Jahres 450 Unterschriften für eine Volksmotion gesammelt. Dafür wurde auf den 1. März eine ausserordentliche Bürgerversammlung einberufen.

Neubau nur wegen Profit?

Die Motionäre werfen der WBG vor, sie würde hauptsächlich bauen, um steuerliche Vergünstigungen zu bekommen und Gewinn zu generieren – eine Mietzinsreduktion würde dennoch nicht ins Auge gefasst. Auch der Mehrverkehr, der aufgrund der Bauprojekte auf den Schulwegen entstehen würde, kritisieren die Motionäre rund um René Dolder.

Nun meldet sich die WBG zu Wort: «Die Unwahrheiten, welche im Begleitheft zur Bürgerversammlung über uns verbreitet werden, können wir so nicht stehen lassen», ärgert sich der WBG-Präsident Fredy Holdener.

Zahlen sind nicht mehr aktuell

Holdener bemängelt zum einen, dass ein veralteter Wohnungsspiegel abgedruckt worden sei. Auch gegen den Vorwurf, die WBG handle profitorientiert, wehrt sich deren Vorstand vehement: «Als Genossenschaft arbeiten wir nicht gewinnorientiert. Wir wollen günstigen und sozialverträglichen Wohnraum in der Stadt zur Verfügung zu stellen.»

Die Motionäre bemängeln weiter, dass sich die Sicherheit auf den Schulwegen aufgrund des Mehrverkehrs verschlechtern würde. Holdener: «Die Anfahrt zur Tiefgarage von den bestehenden und den geplanten Häusern bleibt genau gleich und betrifft die Schulwege nicht.»

«Es geht um Eigeninteressen»

Für den Vorstand der Genossenschaft ist klar: «Die drei Personen, welche die Motion lanciert haben, handeln aus Eigeninteresse.» Das wiederum wollen die Motionäre nicht auf sich sitzen lassen: «Wenn die Projekte nicht alle rund um uns herum lägen, wäre unser Herzblut sicherlich nicht gleich gross», räumt Dolder ein. Wessen Argumente bei der Bürgerschaft auf mehr Gehör stossen werden, wird sich an der Bürgerversammlung vom 1. März zeigen. (dgr)

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