×

Findelkind sucht seine Eltern

Vor 26 Jahren wurde die junge Frau als Säugling in einer Telefonkabine in Nendeln ausgesetzt. Jetzt wendet sie sich an die Medien in der Hoffnung, Hinweise auf ihre leiblichen Eltern zu erhalten.

Südostschweiz
Montag, 21. November 2016, 18:17 Uhr Als Säugling ausgesetzt
In dieser Telefonkabine in Nendeln wurde der junge Säugling ausgesetz. Bild Yanik Bürkli

Der Fall des Nendler Findelkinds sorgte im Herbst 1990 schweizweit für Schlagzeilen. Auch wenn sich die Wogen längst geglättet haben: Die Betroffene selber hofft immer noch, Antworten zu finden. Deshalb sucht sie jetzt über die Medien nach Hinweisen auf ihre Eltern.

Diese dürften aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Region stammen. Sie hatten ihre Tochter kurz nach der Entbindung in den frühen Morgenstunden des 3. Septembers 1990 ausgesetzt. Um ihr Umfeld zu schützen, möchte die junge Frau jedoch anonym bleiben.

RSO-Nathalie Bagnoud hat sich mit der jungen Frau unterhalten und sie nach ihren Wünschen und Erwartungen gefragt:

 

Gegenüber TV Südostschweiz äussert sich die junge Frau noch etwas detaillierter zu ihrer Situation. Zudem erläutert Reto Mischol, Leitender Psychologe der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden, die möglichen Motive, die zum Aussetzen des Säuglings geführt haben könnten:

 

Davoser Babyfenster noch ohne Fall

Dass Säuglinge ausgesetzt werden, kommt in der Schweiz immer wieder vor. Inzwischen werden die meisten Neugeborenen bei sogenannten Babyfenstern in sechs Schweizer Spitälern abgegeben. Beim Davoser Babyfenster, das im Jahr 2012 eröffnet wurde, hat es bis jetzt aber noch keinen einzigen Fall gegeben.

Juristisch schwierig

Die Suche nach Eltern ist für Adoptivkinder auch juristisch nicht einfach. So haben sie zwar ein Anrecht darauf, die Personalien ihrer leiblichen Eltern zu erhalten. Persönlich kennenlernen dürfen sie diese aber nur, wenn die leiblichen Eltern einverstanden sind. Erste Anlaufstelle für Adoptivkinder auf der Suche nach einem Elternteil oder beiden Eltern ist in Graubünden das kantonale Amt für Migration und Zivilrecht. (so)

Der Fall des einstigen Findelkinds von Nendeln und seiner Suche nach den leiblichen Eltern ist heute Montag auch Thema bei Radio und TV Südostschweiz. Neben dem Radiobeitrag oben zeigt TV  Südostschweiz ab 18 Uhr und mit stündlichen Wiederholungen ein Porträt der jungen Frau und hat auch mit einem Psychologen gesprochen. Hinweise auf die Eltern der jungen Frau sind per Mail auf findelkind.nendeln@gmail.com möglich.

Kommentar schreiben

Kommentar senden