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Dem Genuss Raum geben

Wild und kurvig: Der Genussexpress der Rhätischen Bahn fuhr am Freitag das erste Mal von Chur nach Arosa und wieder zurück. Inklusive Wildmenü und Kerzenschein. Wir haben uns das Projekt auf Probe angeschaut.

Südostschweiz
Samstag, 17. September 2016, 08:00 Uhr Nach Arosa und wieder zurück

Die Tische sind gedeckt. Das Besteck, die Gläser und die Serviette liegen schön drapiert neben dem kleinen Blumenbund. Eine Kerze sorgt für Candle-Light-Stimmung.
Der Genussexpress der Rhätischen Bahn hat am Freitag seine Jungfernfahrt erlebt. Mit dem Speisewagen aus den Zwanzigerjahren ging es von Chur nach Arosa und wieder zurück. Ein Dreistundenerlebnis inklusiv einem Dreigangmenü – und das alles unter dem Motto Genuss. Ein idealer Auftakt ins Wochenende, wie RhB-Direktor Renato Fasciati erklärt:


Der Genussexpress bietet Platz für 32 Personen und wird insgesamt vier Mal durchgeführt – im Zwei-Wochentakt. Wenn die Nachfrage da ist, werde das Projekt sicher weitergehen, erklärt Fasciati weiter. Er selber sei ebenfalls ein Genussmensch, doch es sei mehr als «nur» gutes Essen. Genuss gehe darüber hinaus: Zeit für das Gegenüber haben, Gespräche führen und dabei nicht auch nur einmal das Smartphone hervorzunehmen – das sei Genuss. Ob er bei seinen Mitmenschen für Genuss sorgt, wenn er selbst in der Küche steht, verrät Fasciati «Radio Südostschweiz»-Reporterin Adrienne Krättli:


Die Idee, aus einem scheinbar einfachen Speisewagen eine kulinarische Genussfahrt durch die Bündner Berge zu machen, sei nicht neu. Renato Fasciati hat jedoch eine ganz besondere Verbindung zu Kulinarik im Zug. Er selber war einmal Minibar-Steward: «Dort lernte ich in der Kurve Wein auszuschenken, ohne diesen zu verschütten» , witzelt der neue RhB-Direktor.

Die Herausforderung in den vielen Kurven

Ja, auch die Strecke von Chur nach Arosa ist eine kurvige Angelegenheit. Da wird das Suppenlöffeln zu einer kleinen Herausforderung. «Es soll ja auch ein bisschen eine Challenge sein» , scherzt Fasciati.
In Arosa angekommen haben die Gäste eine Stunde Zeit, sich zu verweilen – und zu verdauen. Danach folgt die Rückreise im historischen Speisewagen mit Dessert, Kaffee und Grappa.

Übrigens: Die ganzen Gerichte werden direkt in der Zugküche zubereitet.

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Die Champignonsuppe war die erste «Challenge» der Genussfahrt.

Ob der Genussexpress bald Fahrt aufnehmen wird? (bag)

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