Tod durch Vertrocknen und andere Desaster
von Pierina Hassler
Mit der Ferienzeit bricht für viele Pflanzen eine echt schwere Zeit an. Denn sind weder Nachbarn noch Freunde bereit ihr Grünzeug zu giessen, droht den sonst liebevoll gepflegten Pflanzen der Tod durch Vertrocknen.
Das muss aber nicht sein: Mit etwas Aufwand und den richtigen Ratschlägen geht es nämlich auch ohne Nachbarn. Bevor ihr in die Ferien verreist, solltet ihr die Kübelpflanzen an einen schattigen Ort stellen. Kleinere Pflanzen passen oft unter einen Strauch. Um den Pflanzen ein schattiges Plätzchen zu bieten, sind auch Sonnensegel praktisch. So sind sie optimal vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt.
Für ein paar Tage
Verreist Hobbygärtnerin Lena Schütz aus Landquart in die Ferien, gräbt sie ihre Topfpflanzen samt Topf in die Erde ein. Dies bedingt allerdings, dass Schütz ihre Pflanzen zuerst aus dem Topf nimmt. «Dann lege ich vor dem Einpflanzen eine Wasserspeichermatte in den Topf», sagt sie. Bei kleinen Töpfen genüge es, die Matte vor der Abreise ins Wasser zu tauchen. «Der Topf und die Erde können sich so mit Wasser vollsaugen, von dem die Pflanze während meinen Ferien zehren kann.» Natürlich funktioniere das nur für drei bis maximal fünf Tage, so Schütz.
Kleine Löcher in den Deckel
Sind die Topfpflanzen gut auf Ihre Abwesenheit vorbereitet, kommt der einfache und kostenlose Flaschen-Trick ins Spiel: Man füllt eine Flasche, vorzugsweise eine PET-Flasche, mit Wasser. In den Deckel werde kleine Löcher gebohrt. Deckel zu und die Flasche mit dem Deckel nach unten in den Blumentopf stecken. Das Wasser sickert nach und nach in die Erde und versorgt die Pflanze über längere Zeit mit Feuchtigkeit.
Eine attraktive Bewässerungsmöglichkeit ist auch eine sogenannte Wasserspeicherkugel. Die Glaskugel, die direkt auf einem dünnen Rohr sitzt, wird mit Wasser gefüllt. Und nahe der Wurzeln in die Erde gesteckt. Das Wasser wird, ähnlich dem Flaschen-Trick, gleichmässig an die Erde abgegeben.
Rindenmulch oder Kies
Damit die Topfballen insgesamt während der Wasserabgabe nicht so schnell austrocknen, sollte die Erdoberfläche mit einer Schicht Rindenmulch bedeckt werden. Das schützt vor Verdunstung. Hobbygärtnerin Schütz streut statt Rindenmulch Kies auf die Erde. «Beides schützt sehr gut vor Trockenheit», sagt sie. Sie bevorzuge Kies, weil sie es später besser entfernen könne.
Zweite Chance
Wenn sämtliche Tricks versagt haben und ihr bei eurer Ankunft mit Schrecken feststellt, dass eure Pflanzen vertrocknet sind, probiert doch dies: Die Pflanze kräftig zurückschneiden, bei guter Pflege treibt sie vielleicht wieder aus. Eine Garantie, dass sie wieder ganz gesund wird, gibt es allerdings nicht. Aber immerhin hat eure Pflanze eine zweite Chance erhalten, bevor sie in der Grünabfuhr gelandet ist.
Ganz zum Schluss noch dies: Topfpflanzen dürfen natürlich auch mit in die Ferien. Zumindest wenn die Feriendestination nicht allzu weit von Ihrem Zuhause entfernt ist. Eine «Fleissige Lisel» zum Beispiel steht zurzeit statt in Domat/Ems auf den Emser Maiensässen. Unter einem Vogelbeerbaum – und es geht ihr gut.
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