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Kesb Linth prüft mehr Fälle, aber interveniert weniger

Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Linth hat letztes Jahr gegen weniger Personen Massnahmen angeordnet als noch im Vorjahr. Gemäss Geschäftsbericht waren es 2015 insgesamt 820 Fälle – ein Rückgang um fast 80 Fälle. Allein für die Kesb Linth als Behörde bezahlen die hiesigen Gemeinden über eine Million Franken.

Südostschweiz
Samstag, 13. Februar 2016, 13:04 Uhr Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde
Kesb Linth-Präsident Walter Grob wird in den Medien stark kritisiert – das ruft nun den Stadtrat von Rapperswil-Jona auf den Plan. Bild Pascal Büsser

Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Linth hat erneut kein leichtes Jahr hinter sich. Verschiedene Massnahmen, die sie in Einzelfällen angeordnet hatte, bescherten ihr negative Berichterstattungen in den Medien. Gestern hat die Behörde den Jahresbericht 2015 veröffentlicht.

Er zeigt auf: Insgesamt ordnete die Behörde seit Ende 2013 immer weniger Massnahmen an – obwohl sie mehr Fälle prüft. Konkret hatte die Kesb Linth letztes Jahr 820 Mandate und damit 78 Fälle weniger als ein Jahr zuvor. «Vielfach wird angenommen, wer einmal mit der Kesb zu tun habe, komme nie mehr von ihr los», sagt Grob. «Die Zahlen zeigen, dass diese Annahme nicht stimmt.» Trotz gestiegener Anzahl Traktanden und Geschäftsfällen wurden weniger Massnahmen verfügt. 

Kosten der Behörde sind bekannt

Die Kesb wird von den Gemeinden nach einem Verteilschlüssel finanziert. Dieser setzt sich aus zwei Faktoren zusammen: dem Anteil einer Gemeinde an der Gesamtzahl der Traktanden sowie der Bevölkerungsgrösse der Gemeinde. Laut Angaben der Kesb geben die Gemeinden des Linthgebiets für das Angebot eines Mittagstisches für Schulkinder in etwa gleich viel Geld aus wie für die Kesb.

Allerdings muss unterschieden werden zwischen den Ausgaben für die Kesb als Behörde und den Ausgaben für angeordnete Massnahmen. Letztere sind im Jahresbericht nicht aufgeführt. Lediglich die Betriebskosten der Behörde sind darin zu finden. Gemäss Verteilschlüssel bezahlte die Gemeinde Rapperswil-Jona im 2015 mit knapp 420'000 Franken am meisten, am wenigsten Amden mit gut 30'000 Franken.

Am Samstag in der Zeitung «Südostschweiz»:
Was die Stadt gegen die mediale Kritik unternimmt.

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