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Einblick in das nächtliche Leben von Fledermäusen erhalten

In Surrein wird diesen Freitag ein Fledermaus-Public-Viewing veranstaltet. Mittels Infrarot-Kameras werden Bilder aus einer Fledermauskolonie direkt auf eine Grossleinwand projiziert.

Südostschweiz
22.06.23 - 14:43 Uhr
Leben & Freizeit
Königinnen der Nacht: Dank der Liveübertragung kann beobachtet werden, wie die Mausohren der Kolonie in der Kirche St. Placidus in Surrein allmählich aus ihrem Tagesschlaf erwachen.
Königinnen der Nacht: Dank der Liveübertragung kann beobachtet werden, wie die Mausohren der Kolonie in der Kirche St. Placidus in Surrein allmählich aus ihrem Tagesschlaf erwachen.
Pressebild

In der Kirche St. Placidus in Surrein ziehen jeden Sommer rund 800 Fledermausweibchen des Grossen und Kleinen Mausohrs ihre Jungen auf, jeweils eines pro Muttertier. Diesen Freitag, 23. Juni, können Interessierte beobachten, wie die Tiere aus dem Tagesschlaf erwachen, ihre Jungen säugen, sich sorgfältig putzen, untereinander interagieren und anschliessend losfliegen.

Laut einer Medienmitteilung organisiert die Stiftung Fledermausschutz in Zusammenarbeit mit dem Fledermausschutz Graubünden eine öffentliche, kostenlose Liveübertragung. Mittels Infrarot-Kameras, die im Estrich installiert sind, werden die Bilder aus der Kolonie des Grossen und Kleinen Mausohrs direkt auf eine Grossleinwand ausserhalb der Kirche projiziert und von der kantonalen Fledermausschutz-Beauftragten Miriam Lutz Mühlethaler und Marcel Fierz, Projektleiter der Fledermaus-Liveübertragungen bei der Stiftung Fledermausschutz, kommentiert. Der lokale Verein Nies Surrein begleitet den Anlass, der um 20 Uhr beginnt, mit einem Getränkeausschank. Ab 21 Uhr startet dann die kommentierte Liveübertragung aus der Fledermauskolonie. Die Veranstaltung findet bei jeder Witterung statt.

Rückgang des Bestands

Das Grosse Mausohr und das Kleine Mausohr gehören laut Mitteilung zu den grössten unserer 30 einheimischen Fledermausarten und sind typische Dachstockfledermäuse. Über Generationen hinweg ziehen die Weibchen ihre Jungen in denselben Dachstöcken auf. Durch Quartierzerstörungen und Pestizideinsätze kam es in den 1970er-Jahren zu einem starken Rückgang im Bestand der Mausohren. Mittlerweile steht die Fledermausgattung in der Schweiz auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.

Ist gefährdet: Das Grosse Mausohr steht in der Schweiz auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.   
Ist gefährdet: Das Grosse Mausohr steht in der Schweiz auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.  
Pressebild

Dank ehrenamtlichen Fledermausschützenden, welche die Quartiere kontrollieren, die Bestände überwachen und Probleme rechtzeitig erkennen, können rasch Schutzmassnahmen eingeleitet werden. Dies hat gemäss Mitteilung dazu geführt, dass der Bestand der Mausohren in der Schweiz wieder zunimmt. Heute sind rund 100 Dachstöcke bekannt, in denen Grosse Mausohren ihre Jungen aufziehen. (red)

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