Vom Dorfärgernis zum Hotspot
Das Kurhaus Lenzerheide verwandelte sich in den letzten Jahren vom «Zankapfel» zu einem der beliebtesten Hotels der Region. Hier entstehen unvergessliche Momente und Karrieren.
Das Kurhaus Lenzerheide verwandelte sich in den letzten Jahren vom «Zankapfel» zu einem der beliebtesten Hotels der Region. Hier entstehen unvergessliche Momente und Karrieren.
140 Jahre alt und «voll hässlich» – so beschreibt das Kurhaus Lenzerheide sich selbst auf seiner Website. Während andere Hotels sich regelmässig ein Facelifting gönnen, setzt das traditionsreiche Haus in der Lenzerheide auf andere Werte. «Schönheit kommt von innen», lautet die Philosophie von Gastgeberin Xenia Picco und den beiden Gastgebern Marco Parpan und Johannes Fredheim, die das Hotel gemeinsam mit Herz und Engagement führen. Und tatsächlich: Wer das Kurhaus betritt, entdeckt den besonderen Charme des geschichtsträchtigen Hauses mit seiner einzigartigen Atmosphäre.
Eine Reise, die in den Bergen begann
Xenia Piccos Geschichte auf der Lenzerheide begann nach der Matura – eigentlich sollte es nur eine Saison werden. «Fasziniert von der Bergwelt bin ich aber geblieben», erzählt die heutige Gastgeberin. «Zwei Jahre sammelte ich als Saisonmitarbeiterin Erfahrungen, bevor ich 2013 im Kurhaus als Praktikantin an der Rezeption und im Bankettbereich startete.»
Parallel dazu absolvierte Xenia Picco das Tourismusstudium an der Fachhochschule Graubünden und blieb dem Betrieb treu. Nach dem Abschluss im Jahr 2017 übernahm sie erste Aufgaben im Marketing, wurde zur Rooms Division Managerin befördert und entwickelte sich schliesslich zur Co-Gastgeberin, die das Hotel heute mit Leidenschaft führt.
Innere Werte, die überzeugen
Was das Kurhaus besonders macht, sind nicht die äusseren Werte, sondern das, was dahintersteckt. «Mit unseren drei Restaurants, einer hauseigenen Disco und über 60 Zimmern hat sich das Hotel vom Zankapfel und Dorfärgernis zu einem der beliebtesten Hotspots der Region verwandelt», freut sich Xenia Picco. Freundschaftlicher Umgang mit Gästen, flache Hierarchien mit einer Du-Kultur und New Work Strukturen im Team sorgen für eine besondere Atmosphäre.
«Wir sind ein moderner Arbeitsplatz mit einem jungen, innovativen und internationalen Team», erklärt die Gastgeberin stolz. Das Konzept funktioniert: 35 Mitarbeitende im Sommer, 55 im Winter – und alle profitieren von Benefits wie zum Beispiel von zwei freien Tagen am Stück, monatlichen Dienstplänen, vergünstigten Mahlzeiten und dem gratis Eintritt zum Cinema Club.
Vom Tellerwäscher ins Management
Im Kurhaus bekommt jede und jeder die Chance, Karriere zu machen. «Das gesamte Management hat bei uns klein angefangen – Johannes sogar ganz klischeehaft als Tellerwäscher», erzählt Xenia Picco begeistert. Heute ist er einer der drei Gastgeber. Vitaliy begann ebenfalls als Spüler und rockt heute die Kurhaus-Bar, während Nicola nach nur einem Jahr als Spüler an die Bar wechselte und inzwischen seine Drinks schneller mixt als jeder andere.
Genau solche Erfolgsgeschichten zeigen, was die Kampagne «Hesch z'Züg zum...?» von GastroGraubünden vermitteln möchte: dass in der Hotellerie und Gastronomie aussergewöhnliche Karrieren möglich sind. «Wir suchen gute Menschen, keine Diplome», betont Picco. «Drive, Motivation und Kreativität sind uns genauso wichtig wie Deutschkenntnisse und Erfahrung.»
Teamwork auf Augenhöhe
Das Arbeitsklima im Kurhaus beschreibt die Gastgeberin als «sehr kollegial, unterstützend und motivierend». Ein Beispiel für den besonderen Zusammenhalt: «Wenn es mittags im Restaurant besonders voll ist, hilft die Rezeptionistin selbstverständlich im Service mit – ob beim Servieren, Abräumen oder Gäste begrüssen.»
Die flachen Hierarchien und die offene Kommunikation ermöglichen es allen Mitarbeitenden, «sich selbst und damit das Kurhaus ständig und unkompliziert weiterzuentwickeln». Zusätzlich gibt es die «Kurhaus Learns» – interne Schulungen zu Service, Bar, Cocktails und Weinen, die das Fachwissen aller Teammitglieder fördern.
Magische Momente schaffen
Was die Arbeit im Gastgewerbe für Xenia Picco so besonders macht, sind die unvergesslichen Augenblicke. Einer bleibt ihr besonders in Erinnerung: «Morgens um 4 Uhr, am Ende einer unvergesslichen Hochzeitsparty, setzte sich der Bräutigam an den wunderschönen Flügel im Salon Rosso und spielte ein emotionales Lied für seine Braut. Es war ein stiller, magischer Moment voller Liebe – ein Gänsehautmoment, den wir alle nicht so schnell vergessen werden.»
Solche Momente sind es, die das Kurhaus auf der Lenzerheide zu etwas Besonderem machen. «Es ist genau diese Kombination aus Menschlichkeit, Dynamik und Struktur, die mich bis heute motiviert und begeistert», schwärmt die Gastgeberin.
Mut zu Fehlern als Erfolgsrezept
Xenia Piccos Rat an Neueinsteigende ist ebenso unkonventionell wie das ganze Haus: «Einfach mal machen – ohne Angst vor Fehlern. Denn genau daraus entstehen oft die besten Ideen, die grössten Lernmomente und manchmal sogar die schönsten Erfolge.»
Wer herausfinden möchte, welcher Job in der vielfältigen Hotellerie- und Gastrobranche am besten zu den eigenen Talenten passt, kann das Online-Quiz «Swipe4Job» von GastroGraubünden ausprobieren. Vielleicht führt der Weg ja ins Kurhaus Lenzerheide, wo Gastronomie sexy und unkompliziert ist und sich ein Hotelaufenthalt wie ein Besuch bei Freunden aus den Bergen anfühlt.
Das Kurhaus Lenzerheide beweist: Manchmal sind es die inneren Werte, die ein Hotel zu etwas ganz Besonderem machen. Ein Ort, an dem aus Saisonmitarbeitenden Gastgeberinnen werden, aus Tellerwäschern Manager und aus Gästen Freunde.