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Generationenwechsel unter einem Stern

Die Garage Milt AG in Glarus steht für Beständigkeit. Seit 1924 befindet sich der Betrieb am gleichen Ort, seit 1953 vertritt er die Marke Mercedes-Benz. Nun übernimmt mit Markus Freitag ein 28-jähriger Elmer die Geschäftsführung.

Leben & Freizeit
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17.03.26 - 04:30 Uhr

Wer heute die Garage Milt AG in Glarus betritt, erlebt einen Generationenwechsel. Vor dem Gebäude mit dem Mercedes-Stern stehen Markus Freitag und Reto Pünchera. Freitag führt den Betrieb seit dem 1. Januar 2026, Pünchera bleibt vorerst zwei Tage pro Woche im Hintergrund; die Übergabe ist sorgfältig geplant.

Freitag wuchs in Elm auf. Der Vater führte einen Bauernbetrieb mit Werkstatt, die Mutter unterrichtete. Technik gehörte zum Alltag. «Wir haben viel selbst geflickt», sagt der 28-Jährige. Am Töffli schraubte er früh, Autos interessierten die ganze Familie schon immer.

Zur Garage Milt kam er über eine Schnupperlehre. Er absolvierte die Ausbildung zum Automobilmechatroniker, bildete sich zum Systemtechniker weiter und wechselte später in den Kundendienst. Seit zwei Jahren ist er Mitinhaber, im Mai übernimmt er die Aktien vollständig. Pünchera begleitet den Schritt. «Es ist wichtig, dass die Übergabe sauber läuft», sagt er. Denn: «Vertrauen wächst mit Kontinuität.»

Hundert Jahre am gleichen Ort
Dieses Vertrauen reicht zurück ins Jahr 1924. Schmiedemeister Kaspar Milt-Jenny erwarb damals in Glarus drei Gebäude auf dem Areal der Brunner’schen Druckerei und richtete für seinen Sohn eine Auto- und Veloreparaturwerkstätte ein. Am 9. September 1924 entstand die Firma K. Milt jun., Autogarage Glarnerhof. Zehn Jahre später verschwand der Zusatz «Glarnerhof», weil Automobile längst mehr waren als ein Privileg für Hotelgäste.

Zunächst verkaufte der Betrieb drei Fiat aus Genf. Nach dem Krieg folgten DKW und Auto Union, später Audi. 1953 kam Mercedes-Benz hinzu. Als Audi Ende der 1960er-Jahre Teil von Volkswagen wurde, entschied sich die Garage für Mercedes – für Personenwagen und Nutzfahrzeuge. Eine Marke genügte, um Werkstatt und Verkauf auszulasten und die Abläufe schlank zu halten.

Auch Krisen meisterte der Betrieb pragmatisch. Während des Zweiten Weltkriegs reparierte man Velos, weil Treibstoff fehlte und viele Männer im Aktivdienst standen. 1965 übernahm Lemm Pünchera, der Schwiegersohn der Gründerfamilie. Der Standort blieb unverändert. Zwischenzeitlich ergänzten Datsun, später Nissan sowie Chrysler und Jeep das Angebot. Seit den 2010er-Jahren konzentriert sich die Garage wieder vollständig auf Mercedes-Benz.

Bester Mercedes-Händler der Schweiz
Heute beschäftigt die Garage Milt AG 15 Mitarbeitende. Das Team ist jung, zugleich erfahren. Der Werkstattchef feierte sein 30-Jahr-Jubiläum, andere sind seit über zwanzig Jahren im Betrieb. Betreut wird Kundschaft aus dem Glarnerland sowie aus den angrenzenden Regionen Gaster, March und Höfe. Als offizielle Mercedes-Benz-Vertretung für den Kanton Glarus bietet die Garage Beratung, Verkauf und Service Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge an.

2025 erhielt der Betrieb die Auszeichnung «Dealer of the Year». Bewertet wurden Verkaufszahlen, Elektroanteil, Kundenzufriedenheit und Occasionsgeschäft. «Wir sind stolz», sagt Freitag. Stolz zeigt sich auch in den Servicezahlen. Bis 100’000 Kilometer bleibt der Service für Kundinnen und Kunden kostenlos. «Viele kommen auch nach der Garantiezeit noch zu uns», hält er fest. Das sei das beste Zeichen für ihr Vertrauen in die Garage.

Wer heute die Garage Milt AG in Glarus betritt, erlebt einen Generationenwechsel. Vor dem Gebäude mit dem Mercedes-Stern stehen Markus Freitag und Reto Pünchera. Freitag führt den Betrieb seit dem 1. Januar 2026, Pünchera bleibt vorerst zwei Tage pro Woche im Hintergrund; die Übergabe ist sorgfältig geplant. Freitag wuchs in Elm auf. Der Vater führte einen Bauernbetrieb mit Werkstatt, die Mutter unterrichtete. Technik gehörte zum Alltag. «Wir haben viel selbst geflickt», sagt der 28-Jährige. Am Töffli schraubte er früh, Autos interessierten die ganze Familie schon immer.
Zur Garage Milt kam er über eine Schnupperlehre. Er absolvierte die Ausbildung zum Automobilmechatroniker, bildete sich zum Systemtechniker weiter und wechselte später in den Kundendienst. Seit zwei Jahren ist er Mitinhaber, im Mai übernimmt er die Aktien vollständig. Pünchera begleitet den Schritt. «Es ist wichtig, dass die Übergabe sauber läuft», sagt er. Denn: «Vertrauen wächst mit Kontinuität.»

Kontinuität mit neuem Gesicht
Für Markus Freitag steht die Zukunft nicht im Zeichen rascher Expansion. «Der Standort bleibt», sagt er. Auch das Team soll bleiben. Zuerst geht es um Stabilität und um Abläufe, die tragen. Die Garage Milt AG hat in hundert Jahren gelernt, sich zu verändern, ohne ihre Identität preiszugeben. In diese Linie fügt sich der Generationenwechsel ein. Reto Pünchera tritt einen Schritt zurück, Markus Freitag übernimmt Verantwortung – nicht als Neuanfang, sondern als Fortsetzung. Freitag kennt Werkstatt und Kundschaft seit seiner Lehre. Am Morgen steht er zwischen Hebebühne und Diagnosegerät, später am Empfang, wo er Offerten erklärt oder Servicearbeiten bespricht. Draussen glänzt der Mercedes-Stern über dem Eingang. Drinnen läuft der Betrieb weiter – mit neuem Geschäftsführer, aber im gleichen Takt. Rund 40 Prozent der verkauften Personenwagen sind Plug-in-Hybrid oder vollelektrisch. Nach einem starken Anstieg vor drei Jahren flachte die Nachfrage ab, inzwischen zieht sie wieder an. Politische Rahmenbedingungen und Modellangebot wirken direkt auf die Zahlen. Mercedes reagiert auf Markt und Rückmeldungen. So kehren beispielsweise im AMG-Segment Achtzylinder zurück, nachdem Vier-Zylinder-Modelle auf Skepsis stiessen. Gleichzeitig setzt der Hersteller auf Breite statt Exklusivität. Der Slogan «Welcome Home» steht für Nähe statt Distanz. Optisch lassen sich in Zukunft Elektro- und Verbrennermodelle kaum mehr unterscheiden, beide Antriebsarten bleiben parallel für alle Modelle im Angebot. 

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