Trank der Chinese im Engadin eine Fälschung?
9999 Franken bezahlte ein Gast aus China vor einer Woche für einen Schluck Whisky im Hotel «Waldhaus» in St. Moritz. Die Meldung machte die Runde und erstaunte. Und nun sind unter Whiskykennern Gerüchte aufgekommen, der Single Malt der Marke Macallan aus dem Jahr 1878 könnte gefälscht sein.
Wie das Portal Whiskyexpertes.net berichtet, bezweifeln Kenner die Rarität und stellen zumindest in den Raum, dass es sich beim teuren Destillat um eine Fälschung handeln könnte. Eine Fälschung, die schon im Jahr 2004 aufgedeckt wurde, heisst es weiter.
Untersuchung angeordnet
Die Behauptung: Der Whisky, den Hotelier Sandro Bernasconi auf 50'000 Franken schätzt, sei höchstwahrscheinlich eine Fälschung. Historisch gesehen könne die Flasche gar nicht existiert haben. Mehrere Indizien wie die Alterung des Korken oder die Etikettenaufschrift «Macallan and Talisker Distilleries ltd» würden darauf hindeuten. Denn im fraglichen Zeitraum sei die Destillerie gar nicht im Besitz dieser beiden Produzenten gewesen.
Hotelier Bernasconi, sagte gegenüber «20 Minuten», er habe am Donnerstagabend auf einem Whisky-Blog von den Vorwürfen erfahren. «Ich nahm den Umstand zur Kenntnis, war aber weder schockiert noch verärgert.» Bernasconi will der Wahrheit aber auf den Grund gehen. Er hat die Kritiker kontaktiert und will den Whisky untersuchen lassen.
Das kann man mit 9999 Franken sonst noch anstellen
Grösste Whisky-Bar
Die Flasche hatte der frühere Hotel-Gastgeber Claudio Bernasconi vor 25 Jahren zu einem fünfstelligen Betrag gekauft.
Das «Waldhaus» ist bekannt für die grösste Whisky-Bar der Welt. Darauf sind Produkte über 2500 Sorten von 7 bis 9999 Franken. Und eben diesen teuersten bestellte der Gast am vergangenen Wochenende. Dazu musste eigens eine Flasche geöffnet werden – laut Angaben des Hauses die letzte ungeöffnete Flasche dieses Jahrgangs.