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Die Prä­si­den­tin fehlt bei der «Uf­wärm­ata»

Am heutigen Freitag über­neh­men in Chur die Nar­ren das Zep­ter. Der Start­schuss auf dem Korn­platz fin­det al­ler­dings oh­ne Fas­nachts-Che­fin Iris Peng statt. Die­se hat in die­sem Jahr an­de­re Ver­pflich­tun­gen. 

Südostschweiz
24.02.17 - 19:59 Uhr
Kultur
Die Brüder Markus (links) und Luigi Foi übergeben den Schparz-Orden Iris Peng im Churer Marsöl. Bild Yanik Bürkli
Die Brüder Markus (links) und Luigi Foi übergeben den Schparz-Orden Iris Peng im Churer Marsöl. Bild Yanik Bürkli

Der ersehnte Tag bzw. Nacht ist da: Die Churer Fasnacht beginnt. Die Vorbereitungen für die närrischen Tage in der Kantonshauptstadt sind in den letzten Tagen auf Hochtouren gelaufen. Für den fünfköpfigen Vorstand der Fasnachtsvereinigung Chur ist die Organisation des Karnevals jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung und vor allem mit viel Arbeit und Engagement verbunden. «Aber jetzt sind wir bereit», sagt Präsidentin Iris Peng.

Der Start zur Fasnacht ist heute Abend um 20 Uhr mit der «Ufwärmata» auf dem Kornplatz erfolgt. Und das ziemlich geräuschvoll: Denn die Fasnacht wird nicht einfach mit ein paar netten Worten eröffnet, sondern mit einer Gaskanone eingeschossen.

Mit dem Orden ausgezeichnet

Die grosse Abwesende bei der «Ufwärmata» ist in diesem Jahr Fasnachtsvereinigungspräsidentin Iris Peng. Sie wurde auf dem Kornplatz von ihren Vorstandskollegen vertreten. Das hat einen guten Grund: Peng ist während dieser Zeit im Restaurant «Marsöl», wo der zweite Höhepunkt des Abends steigt und sie mit dem Churer Fasnachtsorden «Schparz» ausgezeichnet wurde.

Die mit vielen Prominenten Bündnerinnen und Bündnern besetzte «Schparz»-Bagaschi ehrt mit der Blechmedaille jeweils Persönlichkeiten, die sich um die Stadt Chur verdient gemacht haben. Heuer ist dies, wie erwähnt, Iris Peng, die sich seit vielen Jahren unermüdlich für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Fasnacht einsetzt.

Der Rückgang ist gewollt

Der eigentliche Höhepunkt steigt jedoch morgen Samstag: Ab 14 Uhr zieht der grosse Fasnachtsumzug auf der üblichen Route durch die Innenstadt (suedostschweiz.ch streamt den Umzug live). Mit dabei sind nach Angaben von Präsidentin Peng insgesamt 45 Wagen, Sujets und Gruppen. In früheren Jahren waren es noch bis zu 60 Nummern gewesen. Der Rückgang ist jedoch gewollt, weil damals in den Reihen des Publikums Klagen laut geworden waren. Der Umzug dauere zu lange und man friere sich am Strassenrand die Füsse ab, hiess es.

«Deshalb haben wir den Umzug angepasst und beschränken uns nunmehr auf maximal 50 Nummern», erklärt Peng. Davon betroffen sind auch Guggenmusikformationen. Aufgrund vieler Anfragen auch aus dem Unterland habe man deren Zahl nach unten korrigieren müssen, sagt die Umzugs-Chefin. Nach dem Narrenkorso verlagert sich das Maskentreiben bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags in die Beizen und auf die Gassen und Plätze der Altstadt.

Stadthalle platzt aus allen Nähten

Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen des Kinderumzuges, der ab 14 Uhr vom Bahnhofplatz aus zur Stadthalle unterwegs ist. Der fasnächtliche Nachwuchs marschiert bei dieser Gelegenheit jeweils mit einem Grossaufgebot auf. «Sogar die Stadthalle platzt dann beinahe aus allen Nähten», sagt Peng.

Sie freut sich zwar sehr über die grosse Resonanz. Langsam, aber sicher stosse die Fasnachtsvereinigung mit dem Kinderumzug in logistischer und personeller Hinsicht an Grenzen, erzählt sie. Glücklicherweise werden Peng und ihre Leute bei der Durchführung des Kinderumzugs inzwischen mit Rat und Tat von den Angehörigen der Churer Guggenmusik Guggara­tscha unterstützt.

Grosse Nachfrage nach Tickets

Böse Lieder und träfe Sprüche sind am Montag ab 19 Uhr am traditionellen Churer Schnitzelbankabend zu hören. Unterwegs sind in diesem Jahr zehn Schnitzelbänkler, die in zehn Gaststätten sowie in der Stadthalle das Publikum unterhalten werden. Die Nachfrage nach Tickets ist erneut sehr gross.

Abgerundet werden die närrischen Tage wie gehabt am Dienstagabend mit der Fortsetzung der Beizen- und Strassenfasnacht. Die «letzten Überlebenden», wie es so schön heisst, treffen sich danach am Mittwochmorgen um 8 Uhr zum «kleinen Umzug». Dieser endet in der Rathaushalle, wo die Narrenzunft die am 11. November erhaltenen Stadtschlüssel wieder an Stadtpräsident Urs Marti aushändigt.

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