×

Schenkung von Kriegsreporter David Douglas Duncan an Photo Elysée

Das Lausanner Museum Photo Elysée hat eine aussergewöhnliche Schenkung aus der Privatsammlung des amerikanischen Kriegsreporters David Douglas Duncan erhalten: 100 Fotografien, die Pablo Picasso in seinem privaten Umfeld zeigen.

Agentur
sda
31.01.22 - 14:32 Uhr
Kultur
Picasso in seinem Atelier: eines von 100 Bildern aus der Privatsammlung des amerikanischen Kriegsreporters David Douglas Duncan. Sie gehen nun als Schenkung an das Museum Photo Elysée in Lausanne.
Picasso in seinem Atelier: eines von 100 Bildern aus der Privatsammlung des amerikanischen Kriegsreporters David Douglas Duncan. Sie gehen nun als Schenkung an das Museum Photo Elysée in Lausanne.
@1957 David Douglas Duncan _Succession Picasso 2022

«Es handelt sich um eine Reihe von Vintage-Fotos, die den berühmtesten Künstler des 20. Jahrhunderts bei der Arbeit zeigen und einen Einblick in seinen kreativen Prozess geben», sagte Tatyana Franck, Direktorin von Photo Elysée, zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Dieses Projekt sei ihr «Abschiedsgeschenk». Am Montag hatte sie ihren letzten Tag als Leiterin der Institution. Sie ist seit 2014 im Amt und verlässt Photo Elysée Ende Januar, um neue Aufgaben als Leiterin des French Institute Alliance française (FIAF) in New York zu übernehmen.

Die Fotografien sollen die bildende Kunst mit der Fotografie verbinden und so die Zusammenarbeit mit den anderen Institutionen der Plateforme 10 vertiefen, insbesondere mit dem Musée cantonal des beaux-arts (MCBA), so Franck.

Fotos zeigen einen Freund

Pablo Picasso war der meistfotografierte Künstler seiner Zeit, vor allem in der zweiten Hälfte seines Lebens. Fotografen wie Man Ray, Brassaï, Lee Miller, Willy Ronis, Robert Doisneau, Robert Capa oder Henri Cartier-Bresson haben zahlreiche Porträts des Künstlers sowie seiner Lebensgefährtin Dora Maar aufgenommen.

Die letzten Lebensjahre Picassos wurden von René Burri, Edward Quinn und vor allem von David Douglas Duncan (1916-2018) verewigt. Dabei hat Duncan nicht die spektakuläre Inszenierung gesucht, sondern seine Freunde in deren intimen, kreativen Momenten gezeigt.

Duncan benutzte für die Fotos, die zwischen 1956 und 1973 entstanden sind, eine speziell angefertigte Leica M3D-Kamera mit extrem leisen Verschlüssen, damit sie den Maestro nicht bei der Arbeit störten. Jedes Bild hat er unter den bestehenden Lichtverhältnissen aufgenommen.

Zwei Porträts von Pablo Picasso und David Douglas Duncan von Gjon Mili und ein Abzug von Judy Caravaglia vervollständigen die Schenkung.

Die beiden Museen Photo Elysée und mudac (Design) sind derzeit geschlossen. Ihre ersten Ausstellungen werden sie im Juni 2022 zeigen. Bis dahin werden sie im Lausanner Museumsquartier Plateforme 10 ihr neues Gebäude bezogen haben. In dem Quartier in Bahnhofsnähe ist auch das MCBA untergebracht.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Artikel deaktiviert.
Mehr zu Kultur MEHR