Jubiläums-GV brachte Hoffnung
Die 50. Generalversammlung der Kulturgesellschaft Klosters fand am 9. April statt. Gemeindepräsident Roth versicherte, dass sich die Gemeinde rechtzeitig für eine neue Unterkunft umsehen will.
Die 50. Generalversammlung der Kulturgesellschaft Klosters fand am 9. April statt. Gemeindepräsident Roth versicherte, dass sich die Gemeinde rechtzeitig für eine neue Unterkunft umsehen will.
Durch Corona fiel die «Hauptsaison» des Kulturschuppens komplett ins Wasser. Und als Konzerte wieder erlaubt waren, kehrten die Zuschauer/innen nur zögerlich zurück und somit waren die Besucherzahlen eher bescheiden.
Präsident Hans Peter Kocher dankte in seinem Eingangsvotum daher auch der Gemeinde für ihre Unterstützung. Dank Klosters, Bund, Kanton und vielen privaten Gönnern ist die Existenz nicht bedroht, vor allem angesichts des hohen administrativen Aufwands. Der Kulturgesellschaft gingen Gönnerbeiträge in Höhe 7220 Franken ein.
Rückblick …
Ein besonders Augenmerk verdienen im Berichtsjahr die Tastentage, welche in zwei Teilen durchgeführt wurden. Drei Konzerte fanden über Ostern statt, jedoch ohne Publikum. Die packenden Konzerte konnten dank Unterstützung des Kantons als Live-Streaming übertragen werden. Diese Gelegenheit nutzten 5000 Leute, bis in den Juni wurden die Konzerte rund 5000 Mal aufgerufen. Im Herbst fanden weitere zehn Konzerte unter optimaleren B Bedingungen statt. Wunderbare Auftritte begeisterten das Publikum.
Die 73 Kinovorstellungen lockten 1509 Zuschauer/innen in den Kulturschuppen. Spitzenreiter waren «James Bond – No Time To Die» und «House Of Gucci». Es muss jedoch vermeldet werden, dass pro Vorstellung rund 10 Personen weniger aufkreuzen als vor Corona. Das für 2020 geplante Konzert der Ben-Gurion-University konnte 2021 erfolgreich nachgeholt werden. Ein Highlight war sicher der Gig von «Jolly And The Flytrap»
… und Ausblick
Das verwaiste Ressort «Theater & Kleinkunst» konnte mit Sarah Keppel und Anna Stierli erfolgreich wiederbesetzt werden. Arthur Lehmann machte auf das Dokumentarfilm-Festival «Debut 22» aufmerksam. Zu jedem Film wird es ein Filmgespräch geben, die Finanzierung des Festival seit zu 90 Prozent gesichert, so Lehmann.
Thomas Gutweniger durfte bekanntgeben, dass am 1. Juli zu einer weiteren Kulturstubeta eingeladen wird. Ausserdem ist für den Herbst ein Festival mit A-Capella-Gruppen in Planung, die in verschiedenen Restaurants auftreten werden.
Christof Hegi informierte noch über musikalische Tätigkeiten: Nach der Einweihung der zwei neuen Kirchenglocken werden die Glocken im Turm 26. Mai oben bespielt, während auf dem Platz unten eine Bandella spielt. Die sogenannte «Armenspeisung», die am 28. Mai in der Arena stattfindet, wird durch eine Klezmer-Truppe begleitet.
Umbau? Abbruch? Wohin?
2021 wurde der Kulturschuppen-Vorstand langsam nervös, plante er doch einen Ausbau des Forums, und der Mietvertrag würde 2026 auslaufen. «Es ist uns auch klar, dass der Kulturschuppen unpraktisch in diesem Areal ist. Grundsätzlich haben aber wir nichts dagegen, dass jemand etwas verdient», erklärt KGK-Präsident Hans Peter Kocher der Versammlung. «Mit dem Kulturschuppen verdient die RhB nicht viel, aber vor 20 Jahren war sie froh.» Das eine ist das Lokal, dass andere sind die rund 50 Mitarbeitenden, die sich fragen mögen, «sollen wir uns überhaupt noch engagieren?».
Hansueli Roth, Gemeindepräsident von Klosters, hob die Position der Gemeinde gegenüber dem Kulturschuppens deutlich hervor: «Wir wissen, was wir an euch haben», sagte er. «Der Vertrag bis 2026 wird sicher eingehalten, und der Betrieb soll dann lückenlos weitergehen können.» Einen Kulturbereich im alten Primarschulhaus am Platz könne er sich gut vorstellen. Die Zentrumsplanung sei soweit fortgeschritten, dass der Gemeinderat im Sommer darüber informiert werde. Möglich wäre, dass bis zu 50 Wohnungen erstellt würden, ob durch die Gemeinde oder durch Genossenschafter, werde derzeit eruiert. «Die Foyer-Erweiterung lässt sich so natürlich nicht weiter planen. Die RhB ist Besitzerin der Liegenschaft und das Anrecht, zu machen, was richtig findet.» Die Vertreter der RhB erklärten, das RhB-Gebäude werde sicher Verkaufsstelle blieben. Hans Ueli Roth meinte abschliessend: «Kopf hoch. Das ist eine Chance, was ganz Tolles zu machen.»
Präsident Hans Peter Kocher dankte für die Unterstützung: «Wir sind darauf angewiesen, aber es wird nicht ohne die Gemeinde gehen. Bis im Herbst werden wir wissen, in welche Richtung es weitergehen soll.» Er lud die Gäste zu einem anschliessend Apéro und den darauffolgenden Poetry-Slam ein, und: «Besuchen Sie auch die 800-Jahr-Anlässe, wir sind auch daran beteiligt.»
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