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«Hebt euer Kärtchen»

Nein, eine Komödie solle es nicht werden, sagte Co-Präsidentin Janina Sakobielski, als sie am Donnerstagim Rahmen der GV des Vereins Kulturplatz (KP) Platz nahm. Doch die aufgeräumte Stimmung auf der Bühne und im Saal passte zum jungen Verein im Aufbruch.

Barbara
Gassler
16.06.22 - 07:00 Uhr
Kultur & Musik
Eine Arve zum Abschied, eine Seife zum Einstand (v.l.): Eike-Harriet Riga und Ute Haferburg gratulieren sich gegenseitig. Janina Sakobielski und Anka Topp führen weiterhin gemeinsam den Verein.
Eine Arve zum Abschied, eine Seife zum Einstand (v.l.): Eike-Harriet Riga und Ute Haferburg gratulieren sich gegenseitig. Janina Sakobielski und Anka Topp führen weiterhin gemeinsam den Verein.
zVg/Hannes Frigg

Gleich zu Beginn führte Co-Präsidentin Anka Topp einen fixen Bestandteil des Abends ein: das Abstimmungsprozedere, das seinen Höhepunkt jeweils in der Aufforderung «Hebt euer Kärtchen» erlebte. Wie alle folgenden endete die erste Abstimmung, jene zum Protokoll der aus-serordentlichen Mitgliederversammlung vom Dezember 2021, mit «einstimmig angenommen». Bei dieser Versammlung fusionierte der Verein mit der Kunstgesellschaft Davos (KGD), nachdem man während eines Jahres Seite an Seite den neuen Veranstaltungsort mit einem attraktiven Programm bespielt hatte. Bühnenveranstaltungen wurden grossmehrheitlich durch die KGD kuratiert, derweil der KP für das Kinoprogramm sorgte und erste eigene Produktionen auf die Bühne brachte, hiess es dazu im Jahresbericht. Bis Ende 2021 seien 76 Kinoabende und 85 eigene Veranstaltungen durchgeführt worden. 48 mal sei das Lokal vermietet worden, davon 26 mal an die KGD.

Veränderung in Team und Vorstand

Die zu Beginn noch wankelmütige Technik habe man inzwischen im Griff, hiess es weiter. Dies dank Thomas Bruderer, der auf das aktuelle Jahr hin seinen Vorstandsposten aufgab, um sich in einem 50-Prozent-Mandat als Veranstaltungs- und Haustechniker einzusetzen.

Dem Vorstand im Frühjahr 2021 beigetreten sind Almiro Carigiet und Severin Bischof, seit Herbst gehören Janina Sakobielski und Kathi Guyer dazu. Vom Gründungsvorstand sind inzwischen nur noch Anka Topp und als Gemeindevertreter Philipp Wilhelm dabei. Mit der an dieser GV erfolgten Wahl von Stefan Kuoni ist der Vorstand nun vollständig.

Stefan Kuoni wurde neu in den Vorstand gewählt.
Stefan Kuoni wurde neu in den Vorstand gewählt.
zVg/Hannes Frigg

Vielseitige Trägerschaft

Auch finanziell ist der Verein gut aufgestellt. Dazu tragen eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton über jährlich 80 000 Franken, Sponsoren und Partner, namentlich der Verein Zweitheimische Region Davos, sowie eine Defizitgarantie über momentan 135 000 Franken im Jahr bei. Dank dieser konnte Finanzchef Almiro Carigiet von einer ausgeglichenen Rechnung berichten. Allerdings stammen bei einem Betriebsertrag von rund 37 000 Franken nur gut 30 000 Franken aus dem Ticketverkauf. Eine Zahl, die sich gemäss Budget im laufenden und nächsten Jahr mindestens verdreifachen soll. Bemerkt werden muss hier allerdings, dass im Berichtsjahr 2021 wegen Corona erst im April mit dem regulären Spielbetrieb begonnen werden konnte. Dennoch konnten bereits erste Rückstellungen getätigt werden.

Vielköpfiges Team

Personell steht der Kulturplatz auf vielen Beinen. Mitte August wird Eike-Harriet Riga mit einem Vollzeitpensum für die scheidende Geschäftsführerin Ute Haferburg übernehmen. Ihr zur Seite stehen in Teilzeitpensen eine Assistentin, eine finanzielle Administratorin und der bereits erwähnte Haustechniker. Vier Mandatsträger kümmern sich um Grafik, Reinigung, Social Media und Fotografie. Nicht weniger als dreissig Helfende und fünf Abenddienstverantwortliche sind für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen zuständig.

Das Programm kennt fünf inhaltliche Schwerpunkte mit jeweils eigenen Programmgruppen. Eine ist für das monatliche Filmprogramm zuständig. Ein Team «Darstellende Künste und Musik» betreut dieses breite Spektrum. Die Gruppe «Diskursive Formate» rief für 2022 eine Gesprächsreihe zum «Mythos Davos» ins Leben. Auch «Ausstellungen» finden statt und werden von einem eigenen Team betreut, das gerade eine Zusammenarbeit mit dem Alpinen Museum Bern vorbereitet. Und schliesslich gibt es noch die «Partizipativen Formate», von denen mit «Davos is(s)t rosa-rot» gerade das erste über die Bühne ging.

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