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45. Ausgabe des Paléo wird zum grossen Wiedersehen

Nach zwei Jahren Abwesenheit hat es ein grosses Wiedersehen der Fans des Paléo Festival Nyon gegeben. Die Veranstalter setzten mit der neuen Bühne Belleville ein leuchtendes Zeichen für die elektronische Musik.

Agentur
sda
24.07.22 - 17:56 Uhr
Kultur & Musik
Dicht gedrängt: Die Fans während des Auftritts von Juliette Armanet auf der neuen Bühne Véga am 45. Paléo Festival in Nyon.
Dicht gedrängt: Die Fans während des Auftritts von Juliette Armanet auf der neuen Bühne Véga am 45. Paléo Festival in Nyon.
KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

Das Paléo ging zu Ende, wie es angefangen hatte: heiss und trocken. So trocken, dass auf das traditionelle Feuerwerk am Schlussabend verzichtet werden muss.

Ansonsten fehlte es den Besucherinnen und Besuchern an nichts: Freundlich wie immer begrüsst von den Helferinnen und Helfern, gab es schon nach den Eingangsschleusen die ersten Erfrischungsmöglichkeiten. Auf dem gesamten Gelände waren wegen der grossen Hitze viele Wasserstellen errichtet worden.

Die Veranstalter hatten dem Festival nach zwei Jahren Abwesenheit eine Frischzellenkur verpasst. Die Arches und der Détour mussten zwei neuen Bühnen weichen.

Die Festivalmacher zogen am Sonntagnachmittag eine positive Bilanz: 250'000 Zuschauerinnen und Zuschauer waren zur 45. Ausgabe gekommen. «Wir sind mit den beiden neuen Bühnen ein Risiko eingegangen», sagte Festivaldirektor Daniel Rossellat. Neben dem musikalischen Programm habe auch die Bühnengestaltung grossen Anklang gefunden.

Belleville - eine flirrende Tanzfläche

Belleville, nahe beim Festivaleingang, ist das neue Reich für elektronische Musik. Auch in den Pausen zwischen zwei Shows verstummte der Sound in der Bar Versus nicht.

Eine flirrende Tanzfläche unter freiem Himmel: Techno, Afro-House oder Reggae-Dub, die DJs auf der Bühne, brachten das Publikum unter dem Sternenhimmel bis tief in die Nacht zum Tanzen.

Belleville und Versus - beide Namen sind Anspielungen auf die Technoszene - entwickelten sich im Laufe der Woche zu einem festen Stopp vor allem für die jüngeren Festivalbesucherinnen und -besucher, bevor sie sich auf den Heimweg machten.

Elektronische Musik hat eine lange Tradition am Paléo. Bereits 1995 spielten die Techno-Pioniere Carl Craig und Derrick May am Festival in Nyon. Unvergessen auch der erste Auftritt der Techno-Punks The Prodigy 1998 auf der grossen Bühne.

Véga - der Soundtempel

Das Publikum müsse immer wieder verführt und überrascht werden, sagte der Gründer des grössten Openairs der Schweiz. Ganz im Norden des Geländes bot die neue Bühne Véga eine deutlich höhere Kapazität als früher die Arches.

Die «Sternen»-Bühne beglückte die Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem tadellosen Sound und viel Roots, Rock und Reggae. Einzig der Wind machte den Tontechnikerinnen und Tontechnikern ab und an das Leben schwer.

Auch die restlichen Neuerungen - wie der Blockchain-Ticketverkauf, der bargeldlose Zahlungsverkehr oder das abwaschbare Geschirr funktionierten einwandfrei.

Das Paléo und sein Publikum, das ist eine unendliche Liebesgeschichte. Auch in diesem Jahr war das Festival restlos ausverkauft. Am Sonntagmorgen, als nochmals 1500 Eintritte in den Verkauf gingen, war das letzte Ticket in kürzester Zeit vergriffen. Und am Sonntagabend wird Stromae bei seinem Comeback auf der grossen Bühne von einem Chor der Fans und Tausenden von wippenden Händen begleitet werden.

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