×

«Ich bin mir sicher, dass das Paradies nach Ziger riecht»

«Ich bin mir sicher, dass das Paradies nach Ziger riecht»

Wenn die Berner Mundart-Rockband Patent Ochsner am Sound of Glarus spielt, darf für Frontmann Büne Huber im Backstagebereich etwas nicht fehlen: Zigerbrüt.

Südostschweiz
vor 1 Monat in
Kultur & Musik
Zurück auf der Bühne: Patent Ochsner mit Frontmann Büne Huber sind der erste grosse Act am diesjährigen Sound of Glarus auf dem Landsgemeindeplatz.
KEYSTONE/PETER KLAUNZER

mit Büne Huber sprach Johanna Burger

Patent Ochsner wurden vor 31 Jahren gegründet. In diesem Jahr wurden Sie mit dem Swiss Music Award in der Kategorie «Outstanding Achievement» für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Ans Aufhören denkt die Band aber noch lange nicht. Konnten Sie sich da über den Preis freuen oder kam er für Sie beinahe zu früh?

Büne Huber: Wir fühlten uns schon gebauchpinselt und waren auch stolz, dass man unser Schaffen würdigt. Aber tatsächlich erreichte uns die Nachricht in einem Moment, in dem wir während einer Probe vollkommen ideenlos und verpeilt kläglich an einem neuen Song scheiterten. Das relativierte die ganze Geschichte schon ein bisschen.

Das vergangene Jahr war besonders für Kunstschaffende eine grosse Herausforderung. Noch im Winter sagten Sie, Sie könnten sich nicht vorstellen, dass es im Sommer 2021 Konzerte geben wird. Nun gibt es doch welche, Sie haben bereits Auftritte hinter sich und wurden für das Sound of Glarus gebucht. Wie war das Gefühl, als Sie wieder für Konzerte angefragt worden sind – Freude oder gar Vorsicht und Skepsis bei der Zusage?

Es sind nur ganz wenige Konzerte, die in diesem Sommer durchgeführt werden. Der grösste Teil ist längst abgesagt oder auf den nächsten Sommer verschoben worden. Ich weiss nicht, wie ich mit dieser seltsamen Geschichte umgehen soll. Aber selbst­verständlich freue ich mich, dass wir wieder vereinzelte Auftritte haben.

Einer dieser wenigen Auftritte hat Patent Ochsner als Headliner heute Donnerstag am Sound of Glarus. Sie haben auch schon hier gespielt, gibt es da spezielle Erinnerungen an das Glarnerland?

Ich erinnere mich, dass ich einige Tage vor dem Festival in den Medien das Hohelied auf den Glarner Schabziger sang. Ich bin verrückt nach diesem Käse und ich bin mir sicher, dass das Paradies genau so riecht. Alles andere wäre für mich, wenn ich dereinst da einlaufe, eine grosse Enttäuschung. Anyway, ich habe Grund zur Annahme, dass meine Äusserungen damals die grösseren Spuren hinterliessen als unser Konzert.

Wer weiss! Als Patent Ochsner in diesem Sommer im «Bierhübeli» in Bern gespielt hat, sagten Sie nach dem Konzert, dass Sie so aufgeregt gewesen seien wie vor einem Konzert am Gurten. Wird das in Glarus auch so sein, oder hat sich die Auftrittsnervosität mittlerweile wieder etwas gelegt?

Lampenfieber ist bei mir Teil des Spiels. Aber so arg wie damals im «Bierhübeli» ist es nicht mehr.

Was darf bei Ihnen im Backstage – auch am Sound of Glarus – nicht fehlen?

Na ja, das liegt ja wohl auf der Hand. Eine Flasche «Klepfmost» und ein paar Zigerbrütli.

Was erhoffen Sie sich vom Konzert und was können die Festival­besucherinnen und Besucher erwarten?

Ich weiss noch nicht, mit welcher Setliste wir antreten werden. Wir lassen uns aber bestimmt etwas sehr Schmackhaftes einfallen. Ich erhoffe mir, dass der grossmächtige Rock-’n’-roll-Gott, der mit den stonewashed Stretchjeans und der schwarzen Kunstlederjacke, seine schützende Hand über uns hält; auf dass wir nicht verschifft werden.

Nach den hoffentlich trockenen Freiluft-Konzerten im Sommer werden Patent Ochsner im Herbst ein MTV-Unplugged-Konzert aufzeichnen – welche Vorbereitungen dafür laufen bereits?

Es ist eine richtig fette Kiste. Die Vorbereitungen laufen bereits sein Januar. Ich erinnere mich an kein Ochsenprojekt, das komplexer und vielschichtiger gewesen wäre. Es sind viele verschiedene Teams, die unter einen Hut gebracht werden müssen. Aber wir haben gute, kreative Leute an Bord.

Zudem kündigten Sie an, dass für diesen Winter einiges in Planung sei. Können Sie darüber schon mehr verraten?

Nein, lieber nicht. Ich halte mich vornehm zurück. Eines nach dem andern. Ich bin ein miserabler Multitasker und versuche einfach, auf die nächste Hürde zu fokussieren. Aber ich freue mich sehr auf die übernächste Hürde!

Kommentieren

Kommentar senden
E-Paper
Kein Plan für's Wochenende?
Dann gleich den neuen "Südostschweiz"-Freizeit-Newsletter checken!
Nicht mehr fragen