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Nebst Mammutprojekt weitere Vorhaben gestemmt

Nebst Mammutprojekt weitere Vorhaben gestemmt

Vergangenen Dienstag begrüsste der Vorstand der Kulturallianz seine Mitglieder und Interessierte an der diesjährigen Generalversammlung, welche live im Kirchner Museum Davos stattfinden konnte.

Davoser
Zeitung
vor 1 Woche in
Kultur & Musik
Auf dem Foto der aktuelle Vorstand (v.l.): Anka Topp, Michael Plattner, Christof Hegi, Hans Peter Kocher, Thomas Bruderer und Severin Bischof.
zVg/Johannes Frigg

Neben dem statuarischen Geschäft bot der Abend natürlich Kultur. Carla Burani, Direktorin des Kirchner Museums, führte die Gäste persönlich durch die Ausstellung «Theater des Überlebens. Martin Disler – Die späten Jahre».In imposanter Kulisse von grossflächigen und farbintensiven Werken des Schweizer Malers und Bildhauers Martin Disler führte das Vereinspräsidium mit Anka Topp und Christof Hegi durch die Sitzung. Vor vier Jahren gründeten engagierte Kulturmachende die Kulturallianz mit dem Ziel, die Region Davos Klosters kulturell weiterzuentwickeln. Derweil verzeichnet der Verein rund 20 institutionelle sowie 50 Einzel- und Paarmitgliedschaften und konnte zuletzt seine Fühler auch im Prättigau weiter ausstrecken: Die Kulturkommission Prättigau ist das jüngste Mitglied.

«Geburtshilfe» in Davos

Die Kulturallianz als ein Zusammenschluss von Kulturinstitutionen, Kulturschaffenden und Kulturinteressierten verfolgt mit ihrer Arbeit vier Ziele: 1. mehr Raum für Kultur schaffen, 2. vernetzen, austauschen, koordinieren 3. Kultur sichtbar machen und 4. gemeinsame Anliegen vertreten. Anhand dieser Positionen führte Präsidentin Anka Topp den Jahresbericht 2020 aus: «Das letzte Jahr war bestimmt vom Davoser Mammutprojekt Kulturplatz Davos. Fast geschlossen engagiert sich unser Vorstand seit August letzten Jahres zeitgleich auch als Gründungsvorstand im neuen Verein Kulturplatz Davos. Diese Aufgabe ist gemäss Statuten festgelegt bis 31. Dezember 2021. Viel Aufbauarbeit wurde geleistet und der Kulturplatz konnte Anfang des Jahres gut vorbereitet in die Hände zweier hauptamtlicher Mitarbeiterinnen übergeben werden.» Die Entstehungsgeschichte des neuen Kulturzentrums am Arkadenplatz ist lang, Anka Topp beschränkte sich aber auf das Wichtigste: «Die Geburtshilfe war aufregend in vielerlei Hinsicht, aber gemeinsam haben wir einen Weg verfolgt, dessen Ziel uns nun stolz macht: Davos hat einen eigenen Kulturort mit Haus, Programm und vielen Engagierten und Helfenden.»

Engagements tragen Früchte

Bis es so weit war, hat die Kulturallianz im vergangenen Jahr auch ein weiteres Mal einen temporären Kulturplatz in der Promenade 48 betrieben. Auch wenn Corona den Projektstart auf Juni verschob, bot ein abwechslungsreiches Programm bis Dezember 17 Kinoanlässe und lockte viele Gäste an. Weiter ist die Kulturbox Klosters in Betrieb und präsentiert aktuell bereits die vierte Ausstellung. Die Bücherbox am Silvrettaplatz erfreut sich Beliebtheit, der regionale Kulturkalender wächst und gedeiht und das Organisationstool, eine Software, welche dieses Angebot im Hintergrund möglich macht, wird von diversen Kulturmachenden der Region für ihre Projektarbeit genutzt. Auch kulturpolitisch konnte sich die Kulturallianz starkmachen und zu einem erfolgreichen Ergebnis bei der Einführung von mehrjährigen Leistungsvereinbarungen für diverse Davoser Kulturinstitutionen beitragen. Die Jahresrechnung schliesst mit einem leichten Plus ab und der Vorstand wird entlastet. «Ein paar Projekte sind noch offen oder beschäftigen uns bereits weiter. Dafür haben wir teilweise noch Rückstellungen und wollen beispielsweise weitere Litfasssäulen und einen gemeinsamen Kulturflyer im aktuellen Jahr umsetzen», schlägt Anka Topp den Bogen zum laufenden Vereinsjahr.

Bischof neu im Vorstand

Im Vorstand gab es erstmals einen Wechsel: Aufgrund neuer beruflicher Herausforderungen sind Marietta Zürcher und Philipp Wilhelm von ihrem Vorstandsamt zurückgetreten. Der in Davos aufgewachsene und studierte Politik- und Kommunikationswissenschaftler Severin Bischof wurde neu in den Vorstand gewählt. Mit ihm als Geschäftsführer des Kirchner Museums gewinnt die Kulturallianz einen Vertreter der Museumslandschaft in den Vorstand. Zudem einen politikerfahrenen Kulturmacher aufgrund seines früheren Engagements als Grosser Landrat. Der Klosterser Hans Peter Kocher und der Saaser Christof Hegi wurden als Vorstände wiedergewählt. Weiterhin bleibt eine Vakanz. «Der Einstieg ist jederzeit möglich, ein Reinschnuppern auch. Und bei so vielen Männern im Vorstand wäre eine Frau nicht schlecht», motiviert Anka Topp als aktuell einzige Frau im Vorstand zur Mitarbeit. (pd)

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