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Jan Delay mit neuem Album und lustigen Erinnerungen an Graubünden

Jan Delay mit neuem Album und lustigen Erinnerungen an Graubünden

Der deutsche Musiker Jan Delay veröffentlicht am Freitag sein neues Album. Im Interview mit Radio Südostschweiz erzählt er von seinen schönen und weniger schönen Erinnerungen an Flims, Laax und Arosa.

Südostschweiz
vor 4 Monaten in
Kultur & Musik
Sein Song «Kartoffeln» entstand vor gut 15 Jahren in Arosa: Nun bringt der Musiker Jan Delay am Freitag sein neues Album raus.
PRESSEBILD

Jan Delay ist zurück: Nach sieben Jahren Pause bringt der Hamburger Hip-Hop- und Funkmusiker den Groove gewohnt lässig und tanzbar ins Wohnzimmer, in den Garten und ins Auto. Die unverwechselbare Nasal-Stimme gab mit «Eule» bereits einen Vorgeschmack auf das Album «Earth, Wind und Feiern», das am Freitag erscheint.

An Graubünden hat Jan Delay ganz viel schöne aber auch etwas weniger schöne Erinnerungen, wie er im Interview mit Radio Südostschweiz erzählt.

Jan Delay, du warst unter anderem 2005 und 2007 im Kanton Graubünden. Einmal in Flims in einem kleinen Club, einmal in Laax im Riders Palace. Kannst du dich noch an etwas aus den Bündner Bergen erinnern?

Jan Delay: Ja, klar. Bereits als du «Bündner Berge» gesagt hast, hatte ich die ganzen Bilder im Kopf. Ich war so oft da. In Flims habe ich immer in einem kleinen Café gefrühstückt. Es gab einen Orangensaft, ein Birchermüsli, frischen Minztee und vieles mehr. Ich habe das voll geliebt da. Ich habe in Flims auch immer sehr gerne aufgelegt.

Ich war bei dieser Tour auch in Arosa. Ich erinnere mich, dass ich den Song «Kartoffeln» dort geschrieben habe, den ich für mein zweites Album «Mercedes Dance» brauchte. Ich musste einfach einmal aus Deutschland rauskommen und es kanalisieren. Ich hatte schon so ziemlich genaue Vorstellungen, wie der Song sein soll. Die Idee war schon da – aber geschrieben habe ich den Song in Graubünden.

Du warst auch einmal im Riders in Laax ...

Ja, wir haben einmal auf einer Tour einen Stopp gemacht, weil uns irgendwelche «Rich Kids» gebucht haben. Das war der schlimmste Auftritt auf der ganzen Tour. Es gab eine Panne, der Amp ging in Flammen auf und irgendwelche Leute dachten, sie müssten zu uns auf die Bühne kommen und herumschreien. Wegen dieser Panne mussten wir für kurze Zeit aufhören zu spielen. Es war ganz schlimm, auch weil das Publikum uns gar nicht zuhörte. Sie waren auch nicht wirklich unseretwegen da; sie hatten eine eigene Party und wir haben gespielt. Als die Panne behoben war, spielten wir dann weiter. Dennoch war es ganz schlimm. 

Sprechen wir über deinen Song «Eule». Ich habe den Track kürzlich im Auto gehört und dazu irgendwelche Moves gemacht. Eine Frau hat mir dann den Vogel gezeigt. Da dachte ich mir, Vogel passt eigentlich zu Eule. Eigentlich triffst du gerade den Move, den ich gerne hätte, nur kann ich ihn nicht ausleben?

Ja, was hätte ich denn machen sollen? Hätte ich alles wegschliessen sollen und einfach warten? Wer sagt mir denn, wann alle wieder ihre Moves auspacken können? Ich habe vorher schon ein Jahr gewartet. Irgendwann muss man halt raus mit der Musik. Du hattest ja trotzdem Freude im Auto.

Das ganze Interview mit Jan Delay.

Bei «Eule» geht es ja auch um das Thema, dass wir nicht feiern können. Es ist aber auch eine Ode von dir an die Nacht. Hier ein Ausschnitt deines Songtextes: Vor über zehn Millionen Jahren / Hat die erste Eule mal gesagt: «Ihr Spiesser nehmt mal ruhig die Tage/ Aber wir, wir nehmen die Nacht». Was ist denn so viel besser an der Nacht für dich?

Da habe ich meine Ruhe. Man kann machen, was man will. Niemand stört einen, niemand ruft an, niemand klingelt, niemand schaut zu. Und wenn man sowieso nicht so der Norm entspricht, dann ist man noch dankbarer. Weil alle Leute, die immer darauf schauen, dass man der Norm entspricht, die schlafen nachts. (lacht) 

Wenn wir gerade bei der Norm sind. Du prägst ja auch die Norm. Dir schauen viele Leute zu und eifern dir nach. Du erfindest dich immer wieder neu – auch in deiner Musik, wie man auch auf dem neuen Album «Earth, Wind und Feiern» hört.

Nein, das glaube ich nicht, dass mir viele nacheifern. Ich mache diese Art von Musik ja auch einfach, weil ich Lust darauf habe und weil es mir Spass macht. Nicht weil ich irgendwie einen Trend setzen möchte oder denke, dass ich einen setzen könnte. Es ist einfach nur das, was mir Spass macht beim Machen, beim Hören und beim Spielen auf der Bühne. 

Das Interview führte RSO-Moderator Simon Lechmann.

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