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Spezielle 44. Tage der deutschsprachigen Literatur sind eröffnet

Speziell ist das diesjährige Wettlesen um den Bachmann-Preis, weil die Veranstaltung digital durchgeführt wird. Aus der Schweiz treten zwei Autorinnen und ein Autor an.

Agentur
sda
Mittwoch, 17. Juni 2020, 21:48 Uhr Klagenfurt
Am diesjährigen Wettlesen um den Bachmann-Preis müssen die Autorinnen und Autoren nicht persönlich auf die Bühne; ihre Lesungen wurden vorproduziert. Und die Jury diskutiert von zu Hause aus.
Am diesjährigen Wettlesen um den Bachmann-Preis müssen die Autorinnen und Autoren nicht persönlich auf die Bühne; ihre Lesungen wurden vorproduziert. Und die Jury diskutiert von zu Hause aus.
Handout

Insgesamt 14 Autorinnen und Autoren wetteifern um den mit 25'000 Euro dotierten und renommierten Bachmann-Preis an. Mit der in Kosovo geborenen Meral Kureyshi, der gebürtigen Deutschen Katja Schönherr und Levin Westermann, ebenfalls aus Deutschland, wohnen drei von ihnen in der Schweiz.

Westermann wird am Freitag (14.30 Uhr) lesen, am Samstag folgen Schönherr (12.30 Uhr) und Kureyshi (13.30 Uhr). Die Reihenfolge der Lesungen wurde, wie traditionell üblich, im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am Mittwochabend ausgelost. Anders als sonst, sind ihre Beiträge jedoch schon fertig, weil sie wegen der Pandemie aufgezeichnet wurden. Und ebenfalls anders als sonst, werden sie zugeschaltet, wenn die siebenköpfige Jury aus dem Homeoffice diskutiert. Der Bachmann-Preis wird am Sonntag nach der Schlussdiskussion verliehen.

«Dürfen Schwarze Blumen malen?»

Eröffnet wurden die 44. Tage der deutschsprachigen Literatur am Mittwochabend mit dem Stream einer «Klagenfurter Rede zur Literatur» von Sharon Dodua Otoo, der Bachmann-Preisträgerin von 2016. In ihrer Vorrede warb sie für mehr Freiheit und Präzision beim sprachlichen Ausdruck. Leider werde «in den überwiegend weissen deutschsprachigen Redaktionen - progressiv wie konservativ - noch immer zu eng am Duden festgehalten», so die 1972 in London geborene Schwarze. Zu oft habe sie die Erfahrung gemacht, dass ihre Texte im Lektorat korrigiert worden seien, obwohl sie mit ihrer Schreibweise etwas ganz Anderes habe ausdrücken wollen.

«LehrerInnen» habe nicht die gleiche Bedeutung wie «Lehrerinnen und Lehrer». Fremdenfeindlichkeit sei etwas Anderes als Rassismus. Sprache sei eine ständige Erinnerung daran, dass Diskriminierung existiere und dass die eigene Haltung in der Wortwahl oder Schreibweise deutlich werden könne. Otoos eigentliche Rede zur Literatur unter dem Titel «Dürfen Schwarze Blumen Malen?» war ganz kurz: «Ja, je mehr desto besser.»

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