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Zehnstündiges Spektakel gewinnt österreichischen Theaterpreis

Bei der Verleihung des österreichischen Theaterpreises Nestroy ist das zehnstündige Antiken-Spektakel «Dionysos Stadt» der Münchner Kammerspiele als «Beste Aufführung im deutschsprachigen Raum» ausgezeichnet worden. Auf den Preis gehofft hatte auch das Theater Basel.

Agentur
sda
Montag, 25. November 2019, 00:44 Uhr Wien
Die Schweizerin Sibylle Berg holt sich bei den österreichischen Theaterpreisen Nestroy den Autorenpreis.
Die Schweizerin Sibylle Berg holt sich bei den österreichischen Theaterpreisen Nestroy den Autorenpreis.
KEYSTONE/APA/APA/HANS PUNZ

Die Schweizer Produktion «Tartuffe oder das Schwein der Weisen» war ebenso nominiert wie das deutsche Schauspielhaus Hamburg mit «Häuptling Abendwind». Gewinner und Regisseur Christopher Rüping warb bei der Preisverleihung am Sonntag in Wien für mehr Experimentierfreude. «Nur wenn man Schatten riskiert, findet man das Licht.»

Eine Auszeichnung ging aber dennoch in die Schweiz. Sibylle Berg wurde für ihr bei den Wiener Festwochen uraufgeführtes Stück «Hass-Triptychon - Wege aus der Krise» der Autorenpreis überreicht.

Die kapitalismuskritische Geschichte spielt in einer Kleinstadt an einem Autobahnzubringer, wo gewöhnliche Probleme einfache Bewohner zu Randgruppen mit Arbeit und langer Weile machen. In die Tristesse platzt ein sogenannter Hassmaster hinein, der zur Therapiesitzung einlädt. Die in Weimar geborene und in der Schweiz lebende Autorin hat kürzlich für ihren Roman «GRM. Brainfuck» den diesjährigen Schweizer Buchpreis erhalten.

«Hohepreisterin der Akribie»

Der Nestroy für das Lebenswerk ging an die deutsche Regisseurin Andrea Breth. Die Jury bezeichnete die 67-Jährige als «Hohepriesterin der Akribie», die die Stücke immer auf der Basis einer sorgfältigen, tiefgründigen Analyse erarbeite und dabei keinerlei Verschlampung der Sprache sowie des Ausdrucks dulde. Breth habe lange Zeit als Vorzeigefrau in der männerdominierten Theaterbranche fungieren müssen und mittlerweile den Status einer lebenden Legende erreicht, hiess es.

Die in Darmstadt aufgewachsene Breth hatte zunächst viel Erfolg mit der Inszenierung von Stücken in Bochum und Berlin. Vielfach führte sie auch Regie bei den Salzburger Festspielen und am Wiener Burgtheater. Dort inszenierte sie im Frühjahr 2019 «Die Ratten» von Gerhart Hauptmann.

Der jährlich vergebene undotierte Nestroy-Preis wurde im Jahr 2000 unter anderem von der Stadt Wien ins Leben gerufen. Er gilt inzwischen als eine der wichtigsten Theaterauszeichnungen im deutschsprachigen Raum.

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