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Das Fête des Vignerons wird teurer – aber nicht für Graubünden

Das grosse Winzerfest, das im Juli in Vevey über die Bühne ging, hat rund 16 Millionen Franken mehr gekostet als geplant. Anders beim Kanton Graubünden: Er hat für den Kantonstag gar weniger ausgegeben als geplant.

Südostschweiz
Donnerstag, 19. September 2019, 16:52 Uhr Kanton hat gespart
Fete de Vignerons
Auf dem Marktplatz von Vevey stand die grosse Arena, die immer noch nicht vollständig abgebaut ist.
STANDESKANZLEI GRAUBÜNDEN

Am 23. Juli feierte der Kanton Graubünden seine Weine und Winzer am Fête des Vignerons in Vevey. Dem Fest mit Volksfestcharakter und viel Prestige, das zum immateriellen Kulturerbe der Unesco zählt und nur einmal pro Generation stattfindet.

Neben musikalischer Unterhaltung aus Graubünden, Bündner Wein und Verpflegung, stand auch eine Aufführung in der eigens für das Fest errichteten Arena, die 20'000 Zuschauer fasste, auf dem Programm. Wie jeden Tag des rund einen Monat dauernden Festes, wurde dort zweieinhalb Stunden lang das Leben und die Arbeit der Rebbauern gezeigt. Ein kostspieliges Unterfangen, das nicht rentiert, wie sich jetzt herausstellt.

Man habe durchschnittlich 1,6 Millionen Franken pro Vorstellung verloren, zitiert die Nachrichtenagentur sda den Präsidenten der Winzerbruderschaft, François Margot. Und das trotz relativ hoher Ticketpreise, die von 79 bis zu 299 Franken reichten. Margot weigere sich jedoch, schon von einem «Defizit» zu sprechen. Für eine abschliessende Bilanz fehlten die definitiven Zahlen, so Margot. Die Arena befinde sich noch im Abbau und es seien noch nicht alle Rechnungen abgerechnet worden.

Graubünden spart hingegen

Um die Mehrkosten auszugleichen, versucht die Winzerbruderschaft nun, die Einnahmen zu erhöhen und die Ausgaben zu senken, etwa durch finanzielle Unterstützung durch Partner und Gönner. Die Kantone hat man bisher anscheinend noch nicht um Hilfe gebeten. «Ich habe keine Kenntnis über eine Anfrage der Veranstalter betreffend Unterstützung durch den Kanton», sagt Marcus Hassler, der Departementssekretär vom Departement für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden.

Der Kanton Graubünden selbst plante im Vorfeld 400'000 Franken ein, um die Kosten des Kantonstages abzudecken. «Die detaillierte Schlussabrechnung des Kantonstags Graubünden liegt noch nicht vor», so Hassler, «Es kann aber festgestellt werden, dass der Kantonstag deutlich unter Budget abschliessen wird.» Die grössten Ausgabenposten für den Kanton waren das Künstlerische Programm, der Säumertrek, die Degustation mit den Spezialitäten und Weinen und der Transport und die Beherbergung. (rac)

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