×

Open Air Lumnezia packt den Abfall an

Bezüglich Abfall geniessen Open Airs nicht gerade den besten Ruf. Sogar Zelte bleiben nach den Partywochenenden liegen. Zeit, die Thematik anzupacken, meint Norbert Cavegn, OK-Präsident des Open Air Lumnezia.

Anna
Nüesch
Dienstag, 02. Juli 2019, 04:30 Uhr Neue Massnahmen im Tal des Lichts
OK-Präsident Norbert Cavegn: «Es ist Zeit, neue Massnahmen im Abfallmanagement umzusetzen.»
JEREMY MARUGAN

Abfallberge sorgen nach Open Airs immer wieder für Schlagzeilen. SRF 3 hat zu Beginn der Festivalzeit die Abfallberge der grössten Schweizer Festivals analysiert. Das Open Air Lumnezia fällt dabei positiv auf. Mit 0,4 Kilogramm Abfall pro Person und Tag liegt das Bündner Festival im unteren Bereich.

Eine Zahl, die Norbert Cavegn, OK-Präsident des Open Airs, nicht genau erklären kann. «Ich muss ehrlich sagen, dass mich diese Zahlen ein wenig überraschen. Wir haben in den letzten Jahren aber immer wieder versucht, gewisse Dinge zu optimieren. Und auch dieses Jahr werden wir einige neue Massnahmen umsetzen.»

Der OK-Präsident ist aber vorsichtig, was Abfallzahlen angeht: «Abfallzahlen muss man auch immer mit Vorsicht geniessen. Wir hatten viel Regen in den letzten Jahren. Und so salopp es klingen mag, aber wenn es mehr regnet, ist auch der Abfall schwerer. Er wird oft vom Boden aufgenommen und beinhaltet Regenwasser. Die Tonnenangaben schwanken also nur schon wegen der Witterung.»

Neue Becher und Aufklärungsarbeit

Cavegn möchte auch zukünftig auf eine nachhaltige Entwicklung setzen. «Wir führen ein Mehrwegbechersystem ein. Die Becher haben ein Depot. Auch bei PET-Flaschen führen wir ein Depot ein. Die Becher werden eingesammelt, gewaschen und wieder gebraucht.»

Zusätzlich sei es dem ganzen OK wichtig, die Besucher auf die Abfallthematik aufmerksam zu machen. «Wir möchten in kleinen Schritten auf die Besucher zugehen und sie dazu bewegen, umzudenken. Wir wollen einen Anstoss geben. Es ist nur eine Sache der Einstellung, jeder kann irgendwo umdenken.»

Die Organisation «No-Tent-Waste» werde auf dem Areal sein, um mit den Besuchern zu sprechen. Gerade bei Zelten sei ein grosses Potential vorhanden. «Uns ist wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass Zelte keine Wegwerfware sind. Liegengebliebene Zelte werden von der Organisation gesammelt und in Regionen gebracht, wo sie benötigt werden.»

Mit kleinen Schritten vorwärts

Das Open Air werde auch extern von dem Engadiner Unternehmen «Insembel» unterstützt, um die Veranstaltung nachhaltig zu verbessern. «Natürlich können wir an Open Airs die Welt nicht retten», ist sich Cavegn bewusst. «Wir wollen unsere Kapazitäten aber so einsetzen, dass wir auch zukünftig nachhaltiger werden. Ich glaube, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Kommentar schreiben

Kommentar senden