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Giacomettis Sicht aufs Engadin bringt doch keine Millionen

Als Leihgabe hing das Fünf-Meter-Panoramabild von Giovanni Giacometti über 60 Jahre lang im Bündner Kunstmuseum. Am Freitagnachmittag wurde es in Zürich zur Versteigerung angeboten. Mindestpreis: 2,8 Millionen Franken. So viel wollte aber niemand zahlen.

Südostschweiz
28.06.19 - 16:22 Uhr
Kultur

Aus insgesamt vier Teilen besteht das etwas mehr als fünf Meter lange Bild, das der Bündner Künstler Giovanni Giacometti 1898 gemalt hat. Es zeigt das Panorama von Muottas Muragl und hing seit 1952 im Bündner Kunstmuseum in Chur, als Dauer-Leihgabe von einer Privatperson. Nun hätte das Bild den Standort wechseln sollen. Beim Zürcher Auktionshaus Koller wurde es am Freitagnachmittag zur Versteigerung angeboten. Dafür hat das Bild zum ersten Mal überhaupt den Kanton verlassen.

Im Vorfeld wurde das Werk auf 2,8 bis 4,4 Millionen Franken geschätzt. 2,8 Millionen Franken war dann auch die Preislimite zum Kauf. In 100'000-Franken-Schritten boten die Bieter auch kräftig mit, bis bei 2,6 Millionen Franken Schluss war. Mehr wollte niemand für das Werk des Bündner Malers bezahlen. Es wurde also nicht verkauft.

 

So wurde auf das Bild geboten. VIDEO RUTH SPITZENPFEIL

«Jetzt bleibt das Bild erstmal in der Auktion hängen und geht dann zurück an die Eigentümer», erklärt Stephan Kunz, der Co-Direktor des Bündner Kunstmuseums, gegenüber Radio Südostschweiz. Die Eigentümer müssten dann überlegen, wie sie weiter verfahren wollen.

«Es war ein stolzer Preis», so Kunz weiter. So stolz, dass niemand darauf eingehen wollte, zumindest im Rahmen dieser Auktion. «Man war ambitioniert. Jetzt gibt es sicher eine Neueinschätzung.»

Erfolgreich versteigert wurden aber einige Bilder von Giovanni Giacometti in einer weitaus tieferen Preisklasse. Oft auch zu Preisen über dem Schätzwert.

Verbindung zu Segantini

Die Inspiration zum millionenteuren Panoramabild hatte Giovanni Giacometti laut der Webseite des Auktionshauses an einem Oktobermorgen. Damals sei er mit dem bekannten Künstler Giovanni Segantini in aller Früh zu Fuss auf den Aussichtsberg Muottas Muragl gestiegen. Sie wollten Skizzen für ein grosses Rundgemälde anfertigen, das an der Weltausstellung in Paris vorgestellt werden sollte. Das Projekt kam nie zustande, aber Giacometti fertigte aus seinen Skizzen das frisch verkaufte Werk. (rac)

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