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Prättigauer Dorf wird filmreif

Die Gemeinde Conters im Prättigau wird zum Drehort einer Beerdigungsszene des jungen Regisseurs Christian «Hitsch» Kessler. Der 26-jährige Bündner plant sein Langfilm-Regiedebüt und möchte sich mit den Aufnahmen in Conters die Finanzierung des Films sicherstellen.

Bettina
Cadotsch
Dienstag, 12. März 2019, 04:30 Uhr Verfilmung eines jungen Autors
Am Samstag, 16. März, wird ein Filmteam in Conters unterwegs sein.
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Eine Verfilmung kostet viel Geld – gerade für junge Regisseure ist dies eine grosse Hürde. Deshalb ist der Drehtag am kommenden Samstag eine grosse Sache für Christian Kessler. Der ausgebildete Schauspieler möchte Szenen seines Drehbuchs namens «Erbe oder Kampf» verfilmen und ein Teaservideo erstellen. Dieses soll helfen, bei den kantonalen Förderungsinstitutionen zu punkten, wie er gegenüber «suedostschweiz.ch» erklärt: «Wir haben uns gedacht, dass es uns strategisch helfen könnte, wenn wir nebst dem Drehbuch auch noch ein Beispiel mitschicken». Das Budget für die Verfilmung liege bei rund 250'000 Franken und sei ohne finanzielle Unterstützung kaum möglich, ergänzt er.

Schweizer Schauspiel-Prominenz vor Ort

Conters wurde zufällig zum Schauplatz des Teaservideos. «Wir mussten abwägen, was bildlich passt und was wirtschaftlich möglich ist», erklärt Kessler. Denn auch falls die Filmidee überzeugt und die Finanzierung durch die kantonale Förderung gewährleistet wird, muss der junge Regisseur die Kosten gering halten. «Das Geld würde die Technik und die Infrastruktur decken, die Schauspieler können damit nicht bezahlt werden», so Kessler. Für die jungen Schauspieler sei es aber eine Chance, Erfahrungen zu sammeln, fügt er an.

Ein wenig Prominenz ist jedoch mit den Schauspielern Werner Biermeier und Beat Schlatter auch vorhanden. Biermeier spiele das Familienoberhaupt der italienischen Mafia – Schlatter spiele den Staatsanwalt. Insgesamt werden für das Teaservideo am Samstag acht Schauspieler und rund 10 Statisten im Einsatz stehen.

Zwei Wege zur Macht

«Erbe oder Kampf» ist die Abschlussarbeit des Schiersers, welche eine Ausbildung an der Stage Academy in Zürich absolviert hat. Im Drehbuch greift er das Thema «Macht» und deren Auswirkung auf die Menschen anhand einer italienischen Wirtschaftsfamilie auf. Konkret widmet sich Kessler der Frage, wie man an Macht kommt – theoretisch gebe es zwei Wege zur Macht: «Entweder man erbt sie oder man erkämpft sie sich», erklärt er. Die Beerdigungsszene, welche am Samstag auf dem Dorfplatz in Conters gedreht werde, zeige einen Machtwechsel. «Einer der grossen Charaktere stirbt und es muss eine Nachfolge bestimmt werden.»

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