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Kanadische Radiosender spielen keine Songs von Michael Jackson

Eine Reihe grosser Radiosender in Kanada hat angesichts neuer Pädophilie-Vorwürfe gegen den verstorbenen Pop-Sänger Michael Jackson vorerst alle seine Songs aus dem Programm genommen.

Agentur
sda
Dienstag, 05. März 2019, 23:48 Uhr Montréal
Radiosender in Kanada haben sich entschlossen einstweilen keine Songs des verstorbenen Sängers Michale Jackson zu spielen. In einem Dokumentarfilm waren erneut Pädophilie-Vorwürfe gegen Jackson erhoben worden.  (Foto:Michael A. Mariant / AP Keystone…
Radiosender in Kanada haben sich entschlossen einstweilen keine Songs des verstorbenen Sängers Michale Jackson zu spielen. In einem Dokumentarfilm waren erneut Pädophilie-Vorwürfe gegen Jackson erhoben worden. (Foto:Michael A. Mariant / AP Keystone…
KEYSTONE/AP/MICHAEL A. MARIANT

Das gab das Medienunternehmen Cogeco am Dienstag bekannt. Eine Unternehmenssprecherin sagte, man habe sich nach der Ausstrahlung der Dokumentation «Leaving Neverland» zu dem Schritt entschlossen. Cogeco gehören 22 Radiosender im Bundesstaat Quebec und einer in Ontario.

«Wir achten auf die Kommentare unserer Hörer», sagte Cogeco-Sprecherin Christine Dicaire der Nachrichtenagentur AFP. Nach der Ausstrahlung der Doku habe es Reaktionen gegeben.

«Bis auf weiteres» habe man Jacksons Musik daher aus dem Programm genommen. Aus Grossbritannien gab es Berichte, wonach auch die BBC die Musik des «King of Pop» vom Sender genommen habe. Eine Unternehmenssprecherin sagte aber, die BBC sperre keine Künstler.

Kindesmissbrauch

Der US-Fernsehsender HBO hatte die zweiteilige Dokumentation «Leaving Neverland» Anfang des Monats gezeigt. Sie erzählt die Geschichte zweier Männer, die nach eigenen Angaben im Alter von sieben und zehn Jahren von Jackson sexuell missbraucht worden waren.

Jackson war im Juni 2009 an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol gestorben. Der «King of Pop» sah sich bereits zu Lebzeiten immer wieder dem Vorwurf des Kindesmissbrauchs ausgesetzt. 2005 wurde er in einem spektakulären Gerichtsverfahren freigesprochen. Seine Karriere und sein Ruf nahmen jedoch dauerhaft Schaden.

Jacksons Nachlassverwalter hatten den Sender HBO vor der Ausstrahlung der Dokumentation wegen Verunglimpfung des Popstars auf 100 Millionen Dollar verklagt.

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