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Ob Kindergärtler oder schon älter – sie singen alle gern

Im Kinder- und Jugendchor Rosenstadt wird mit viel Spass in den Proben die Freude am Singen vermittelt. Das trägt Früchte. Die jungen Sängerinnen und Sänger des Chors sind zahlreich.

Linth-Zeitung
Dienstag, 08. Januar 2019, 04:30 Uhr Mein Verein
Mit Engelsstimmen: Die Kinder und Jugendlichen im Kinder- und Jugendchor Rosenstadt singen nicht nur gern, sondern auch hervorragend.
ZVG

von Barbara Schirmer

Es poltert im Treppenhaus des Schlosses Rapperswil. Kinder der verschiedensten Altersklassen springen die Stufen zum Rittersaal hinauf. Sie gehören zum Kinder- und Jugendchor Rosenstadt und treffen sich zu einer grossen Probe. Schon bald steht ein Auftritt bevor. Die Älteren singen bereits hinter verschlossener Türe mit Engelsstimmen die eingeübten Lieder. Im Foyer geht es derzeit turbulent zu und her. Während die einen im wilden Durcheinander ihren Chorleiterinnen die Hände zur Begrüssung entgegenhalten, stecken andere die Köpfe zusammen und tuscheln. Wieder andere necken sich, springen aufgeregt umher.

Mitten im Gewirr steht Sandro Salvetti. Er ist der Präsident des Kinder- und Jugendchors Rosenstadt und Vater einer Tochter, die im Chor mitsingt. «Diese offensichtliche Vorfreude auf die Probe und die Freude am Gesang sind typisch für den Chor», erklärt er, auf das Gewusel deutend. Viel anders sehe das auch nicht vor einer ganz normalen Probe aus. Dann treffen sich die jungen Sängerinnen und Sänger je nach Altersklasse in der Aula des Schulhauses Südquartier oder in der Aula des Schulhauses Rain. Gesungen wird in drei verschiedenen Unterteilungen. Vom Kindergartenalter bis zur zweiten Klasse in der Gruppe KJRo1 unter der Leitung von Rebecca Buess. Danach bis zur fünften Klasse im KJRo2. Diese Stufe wird von Heidi Züger geführt. Später, im Jugendchor, übernimmt Stefan Peter den Dirigentenstab. Der Jugendchor sei für viele Jüngere das grosse Vorbild, weiss Salvetti. «Eines Tages möchten auch sie zu denen zählen und von den Kleinen bewundert werden.»

Auftritt beim Samschtig-Jass

Es gehört zu den grossen Zielen der Chorleiter, bei den Kindern die Freude am Chorgesang zu wecken. Salvetti betont: «Der Chor soll nicht die ganze Freizeit der Kinder in Anspruch nehmen. Er soll vielmehr ein Hobby sein.» Daher wird darauf geachtet, dass die Engagements sich im Gleichgewicht halten. Wer in der Vereinsgeschichte blättert, sieht, dass die Rosenstädter Kinder mit ihrem Chor dennoch schon einiges erlebten. Da war der Auftritt beim Samschtig-Jass, wo die Mitglieder des KJRo2 einen Dreh im Kinderzoo miterlebten und dazu passend Studioaufnahmen machen durften. Auch bei einem Werbespot war der Chor schon mit dabei.

Zweimal jährlich wird zu einem Konzert geladen. In der Adventszeit findet das Weihnachtskonzert statt, im Juni besingt der Kinder- und Jugendchor jeweils ein weltliches Thema. Da werden die Zuhörer mal ins Abenteuerland eingeladen oder tauchen in eine Welt voller farbig bunter Klänge ein. Für musikalische Überraschungen ist da jeweils gesorgt.

Singende Grossväter

Im Foyer des Rittersaals trudeln immer mehr Kinder ein. Über 60 sind es insgesamt. Die Kleineren werden meist von Erwachsenen begleitet. Erwachsen klingen auch die Männerstimmen, welche zusammen mit dem Jugendchor hinter der verschlossenen Rittersaaltüre erklingen. «Das ist eine weitere Besonderheit des Chores», betont Sandro Salvetti. «Die Eltern helfen mit, wo immer sie gebraucht werden.» So besteht der gesamte Vorstand des Vereins aus Eltern der jungen Sängerinnen und Sänger. Bei den Auftritten dekorieren andere Eltern den Saal, wieder andere sorgen sich um das Tenue der Kinder oder schminken den ganzen Trupp. Und wenn es für ein Konzert von den Chorleitern gewünscht wird, unterstützen die Väter und Grossväter den Chor auch mit ihren Bassstimmen, wie zurzeit im Rittersaal zu hören ist.

Nicht immer war der Chor von Eltern getragen. Seinen Ursprung hatte er 2004 in der Katholischen Kirche. 2012 nahm er seine aktuelle Form ohne Trägerschaft der Kirche an. Zwei Jahre später folgte die heutige Namensgebung, Kinder- und Jugendchor Rosenstadt. Was über all die Jahre im Fokus stand, war die Freude am Gesang. «Die Kinder entwickeln im Chor viel Enthusiasmus und ganz automatisch auch das nötige Selbstvertrauen. Ursprünglich scheue Kinder stehen plötzlich als Solisten auf der Bühne, zeigen eine ganz neue Persönlichkeit», weiss Salvetti. Immer wieder würden das überraschte Eltern im Publikum feststellen.

«Singst du auch unter der Dusche? Versuchs doch mal auf der Bühne.» Mit diesem Satz motiviert der Chor weitere junge Mädchen und Buben zu einer Schnupperprobe. Wie der munteren Kinderschar im Foyer des Rittersaals anzusehen ist, warten auf die Kinder jede Menge Spass und Freude am Chorgesang.

Drei Fragen an Heidi Züger, Chorleiterin des KRJo2 

1. Wieso engagieren Sie sich als Chorleiterin im Kinder- und Jugendchor Rosenstadt? 
Als ausgebildete Kindergärtnerin arbeite ich sehr gerne mit Kindern. Selber war ich schon immer musikbegeistert. Ich möchte den Kindern eine Möglichkeit bieten, ihre Musikalität auszuleben. Vorausgesetzt, es entspricht ihnen und sie haben ebenfalls Freude daran.

2. Welches war das schönste Erlebnis für Sie mit dem Kinder- und Jugendchor Rosenstadt? 
Dazu zählen sicher die Filmaufnahmen für den Samschtig-Jass. Für mich ist es aber auch immer schön, wenn ein Kind in unserem Chor eine Stufe weiter kommt, sich dort noch intensiver mit dem Chorgesang befasst. Nicht wegzulassen sind die strahlenden Kinderaugen an den Konzerten.

3. Welche Ziele haben Sie mit Ihrer Gruppe? 
Nachdem die Kinder im KJRo1 das Zusammensingen üben, taste ich mich mit meinen Kindern im KJRo2 an die Mehrstimmigkeit heran. Bei uns wird auch mal ein Kanon gesungen oder ein Solo gewagt. Die Freude am Gesang, das spielerische Beisammensein, das soll dabei immer im Vordergrund bleiben.

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