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In Ghana sind Särge etwas Besonderes

Im Rahmen der Ausstellung «That One Moment» lädt die IG Halle zu einem speziellen Bildvortrag im Kunstzeughaus Rapperswil-Jona ein. Dabei geht es um südghanaische Beerdigungsrituale.

Linth-Zeitung
25.10.18 - 04:30 Uhr
Kultur
Der Sarg zeigt den Beruf des Verstorbenen: In der Central Region in Ghana wird ein Lastwagen-Chauffeur beerdigt.
Der Sarg zeigt den Beruf des Verstorbenen: In der Central Region in Ghana wird ein Lastwagen-Chauffeur beerdigt.
PRESSEBILD

«Die Pracht des Abschiednehmens – Einsichten in die ghanaischen Bestattungsrituale mit figürlichen Särgen» titelt der Bildvortrag der Ethnologin Regula Tschumi. Sie hält ihn heute Donnerstag, 25. Oktober, um 19 Uhr im Kunstzeughaus Rapperswil-Jona. Der Vortrag handelt von den fantastisch gestalteten Särgen der Ga.

Seit gut 60 Jahren stellen Handwerker der südghanaischen Volksgruppe der Ga Särge in Form von Tieren und allen möglichen Gebrauchsgegenständen her. Die detailliert aus Holz geschaffenen und bunt bemalten Särge stellen meist einen Bezug zum Beruf des Verstorbenen her. Ein Musiker erhält eine E-Gitarre, ein Chauffeur einen Lastwagen und ein Bauer eine Tomate.

Unerwartete Zusammenhänge

Die Werke der Sargkünstler sind inzwischen international in zahlreichen Museen und Galerien gezeigt und dokumentiert worden. In ihrer jahrelangen Feldforschung konnte die Ethnologin und Kunsthistorikerin Regula Tschumi jedoch unerwartete Zusammenhänge in der Herkunft dieser besonderen Bestattungsform aufzeigen.

Um mehr über die Sänften und Särge zu erfahren, hat sie die Kultur der Ga, ihre Religion, ihre künstlerischen Ausdrucksformen, ihre Geschichte und ihre Beerdigungen erforscht. Sie publizierte zwei umfangreiche erschienene Text-Bildbände sowie mehrere Artikel in Kunstkatalogen und Fachzeitungen und arbeitet freiberuflich mit Museen zusammen.

In ihrem Vortrag stellt Tschumi die wichtigsten Vertreter der Sargkunst vor, erläutert Hintergründe und lässt mit ihren lebendigen Schilderungen an Begräbnissen teilnehmen.

Die Ausstellung «That One Moment» der IG Halle im Kunstzeughaus dauert noch bis Sonntag, 4. November; www.ighalle.ch.

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