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Johnny Depp sorgt für Aufregung in Zürich

Nach einem bisher unspektakulären Verlauf des 14. Zurich Film Festival (ZFF) hat Johnny Depp am Freitag an der Limmat für Jubel und Aufregung gesorgt. Zahlreiche Fans folgten dem Hollywood-Star zu seinem Talk im Filmpodium und zurück zum Grünen Teppich beim Bellevue.

Agentur
sda
05.10.18 - 21:14 Uhr
Kultur
Und alle wollen sie ein Autogramm von Johnny Depp in Zürich.
Und alle wollen sie ein Autogramm von Johnny Depp in Zürich.
KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Lange hiess es, Johnny Depp würde anlässlich der Weltpremiere seines neuen Films «Richard Says Goodbye» keine Interviews geben. Dann kündigte das Festival am Mittwoch «A Conversation with... Johnny Depp» an. Die Fans kamen in die Gänge, und das Zürcher Filmpodium, in dem der 55-Jährige am Freitagnachmittag eine gute halbe Stunde Red und Antwort stand, war schnell ausverkauft.

Viele Leute hatten allerdings nicht Platz. So stand eine noch grössere Menschenmenge lange vor und auch nach dem moderierten Gespräch beim Hinterausgang bereit - wo Depp vor dem Transfer zum Grünen Teppich denn auch noch Autogramme gab und gut gelaunt aus dem Auto winkte.

Für den Star aus «Pirates of the Caribbean», «Edward Scissorhands» oder «Fear and Loathing in Las Vegas», der zuletzt als Gitarrist der Band Hollywood Vampires unterwegs war, ist die Aufregung um seine Person nicht selbstverständlich. Immer wieder bedankte er sich, für den Besuch, für den Applaus, für die langjährige Treue.

Schaut sich eigene Filme nicht an

Er selber schaue sich seine Filme bewusst nicht an: «Es ist mir nicht angenehm», sagte Depp im Gespräch. Viel lieber als über sich selbst, spricht er über seine Figuren und die Menschen aus dem Filmgeschäft, mit denen er sich im Laufe seiner Karriere angefreundet hat. Regisseur Tim Burton beispielsweise, mit dem er bereits neun Filme gedreht hat.

«Tim ist für mich der beste Freund der Welt», sagte Depp über den Amerikaner, der sich in der ersten Zeit ihrer Zusammenarbeit noch die Haare raufte. Wegen Johnny Depp und seiner ureigenen Vorstellungen von den Rollen, die er spielt.

Im Fall von Edward mit den Scherenhänden etwa habe er «sicher 85 Prozent des Dialogs gestrichen». Für ihn sei die Figur einfach viel unschuldiger, viel naiver gewesen als es im Drehbuch stand.

Regisseur lässt ihm freie Hand

Inzwischen lasse ihm Tim Burton bezüglich der Rollengestaltung weitgehend freie Hand. «Dass sich Regisseur und Schauspieler vertrauen, ist das wichtigste.»

Eine ähnliche Geschichte erzählte Depp über seine Paraderolle als Pirat Jack Sparrow. Disney habe sich einen heiteren Säbelrassler vorgestellt, er sich einen Mann, dessen Hirn von all der Sonne längst weichgekocht sei. «Mein Jack Sparrow ist in der Sauna geboren», so Johnny Depp.

Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn dort habe er sich auf die Rolle vorbereitet, die Hitze auf sein Hirn einwirken lassen, bis er sich genau so gefühlt habe wie der Pirat, den inzwischen Millionen von Menschen lieben.

Grüner Teppich war noch nie so lang

Für «Richard Says Goodbye», eine tragisch-komische Geschichte über einen College-Professor, der nur noch ein halbes Jahr zu leben hat, entschied sich Johnny Depp in erster Linie, weil er die Message des Films mochte. «Richards Todesnachricht gab ihm die Freiheit, zu leben, wie er will.» Seine Art, nicht zu hadern, sich nicht zu bemitleiden und aus seiner verbleibenden Zeit das Beste zu machen, habe ihn beeindruckt.

Der Film von Regisseur Wayne Roberts, dessen Schweizer Filmstart noch nicht bekannt ist, wird an diesem Freitagabend am ZFF uraufgeführt. Und Johnny Depp bot seinen Fans auf dem Grünen Teppich eine weitere Gelegenheit für Autogramme, Selfies und Handschläge.

Eine sehr ausgiebige Gelegenheit, um genau zu sein. Der Star des Festivals kam ganze eineinhalb Stunden nach dem angekündigten Starttermin am Ende des Grünen Teppichs an, wo er dann, etwas unverhofft, ganz schnell davoneilte. Der Grund dafür, war nicht auszumachen. Nur eine kleine Anzahl der drängelnden und fotografierenden Menschenmenge hatte das Glück, Johnny Depp direkt und nicht durch ein Handydisplay zu sehen.

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