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«Am liebsten schreibe ich in der Nacht»

Die Software-Entwicklerin Rita Juon aus Thusis gibt im März ihr allererstes Buch heraus. Der Kriminalroman «Tod am Piz Beverin» hält Einwohner und Ermittler auf dem Glaspass auf Trab. Wir haben nachgefragt, weshalb sie als Software-Entwicklerin den Schritt zur Krimi-Autorin gewagt hat und sich zudem noch in einem Flüchtlingsprojekt engagiert.

Tanja
Egli
Montag, 19. Februar 2018, 11:54 Uhr Buchpremiere «Tod am Piz Beverin»
Der Piz Beverin spielt eine zentrale Rolle im Buch.
ARCHIV

Rita Juon feiert mit «Tod am Piz Beverin» ihre Buchpremiere. Wie der «orte Verlag» bekannt gibt, erscheint ihr Werk am 1.März 2018.

Vom abgestürzten, unbeliebten Deutschen zu österreichischen Touristen mit fragwürdig schweren Rucksäcken und einer jungen Schweizerin, die alleine Ferien am anderen Ende der Welt macht. All dies spielt sich im Naturpark Beverin, der Gemeinde Tschappina und im Berggasthaus «Piz Beverin» ab. Die Autorin spielt mit ihrem Wissen über die Region. So gibt es im Krimi verschiedene Stellen, in der sie die Bündner Natur dem Leser bildlich vor Augen führt: 

«Kein menschlicher Laut war zu hören mit Ausnahme seiner eigenen Schritte und seiner Atemzüge. Trotzdem war die Luft von Geräuschen erfüllt. Die Glocken der Kühe, die erst vor Kurzem von der Alp zurückgekehrt waren und sich im Schlaf regten. Ein Käuzchen, das unten am Waldrand rief. Der Wind, der die Hänge streichelte und die Blätter, Halme und Stauden flüstern liess. Der Bach, der leise durch die Hochebene des Glaspasses gluckste.»

Online-Redaktorin Tanja Egli hat mit Autorin Rita Juon gesprochen und ihr ein paar Fragen zu ihrem allerersten Buch gestellt.

Von der Software-Entwicklerin zur Krimi- Autorin. Weshalb?

Ich bin vor allem eine Krimi-Leserin. Daher glaube ich, dass es von da kommt.

Warum haben Sie für Ihren Krimi die Region rund um den Piz Beverin gewählt?

Ich kenne die Region sehr gut. Hier bin ich zu Hause und weiss, wie die Leute ticken. Für das Buch wollte ich eine bekannte Umgebung wählen, deshalb war dies recht nahe liegend.

Gibt es Parallelen zu realen Figuren in der Region oder von Personen aus ihrem Leben?

Ich hoffe nicht, dass sich irgendjemand erkennt. (lacht) Es wäre also völlig unabsichtlich.

Wie lange hat es gedauert vom Zeitpunkt der Idee bis zur Umsetzung?

Eigentlich hatte ich schon seit Jahrzehnten den Wunsch, Krimis zu schreiben. Aber solange ich 100 Prozent arbeitete, war dies unmöglich. Als dann meine erste Tochter zur Welt kam, hatte ich Zeit. Also habe ich einfach mal angefangen. Aufgrund meines Amtes im Gemeindevorstand ist das Projekt dann wieder acht Jahre liegen geblieben. Und dann habe ich es noch einmal in Angriff genommen – und fertig gebracht.

Gibt es Orte, Tageszeiten oder Momente, in denen Sie besonders gut im Schreibfluss sind?

Ja, die gibt es. Ich schreibe mit Abstand am liebsten in der Nacht. Leider geht das nicht immer so gut, da ich ja am Morgen wieder aufstehen muss, aber die besten Ideen habe ich definitiv in der Nacht.

Weshalb sollten unsere Leser ausgerechnet Ihren Kriminalroman lesen?

Zum einen kennt man natürlich die Gegend und zum anderen sind es, obwohl es fiktive Personen sind, Leute wie wir. Sie ticken wie wir. Der Roman ist spannend und meiner Meinung nach sind die Personenschilderungen gelungen. Es hat verschiedene Persönlichkeiten, welche in dieser Episode vorkommen.

Planen Sie schon Ihr nächstes Buch?

Ja, da habe ich bereits 20 Seiten. Also es wird schon noch ein weiteres geben.

Rita Juon wird am 23.März 2018 um 20:15 Uhr im «Buachlada Kunfermann» in Thusis aus ihrem Werk vorlesen.

 

Kochen mit Flüchtlingen

Privat engagiert sich Rita Juon neben ihrem Beruf und dem Schreiben noch für ein weiteres Projekt. Flüchtlinge, die zurzeit in Graubünden leben, kochen etwas Typisches aus ihrer Heimat. Zum gemeinsamen Essen der Gerichte sind auch weitere Gäste willkommen. Diese bezahlen für die Verpflegung und tragen so zu den Unkosten bei. 

Es habe sie gestört, dass in der Rheinkrone in Cazis etwa 70 Leute leben, die man nie sehe und keinen Kontakt zu ihnen aufbauen könne. Deshalb setze sie sich für eine bessere Integration ein, erklärt Juon. «Ich möchte ihnen die Möglichkeit geben, sich mit dem Kochen besser zu integrieren und zwar auf einer Ebene, in der man nicht Helfer ist, sondern in der «mitanand öpis macha» im Vordergrund steht.

Sie wäre überfordert damit, eine ganze Flüchtlingsfamilie bei sich aufzunehmen oder traumatisierten Leuten zu helfen. Aber so etwas habe sie sich zugetraut und es mache Spass. «Wir machen das jetzt einmal im Monat und die letzten vier Veranstaltungen wurden jeweils von rund 90 Personen besucht. Es läuft wirklich gut und man kann zudem viele schöne Kontakte knüpfen», so Rita Juon weiter.

Ob sie jemals eine Biographie über ein Flüchtling schreiben wird, wisse sie noch nicht. Allerdings könne sie sich vorstellen, dass eine Person in ihrer nächsten Geschichte ein Flüchtling sein werde. «Ich sehe ihn schon vor mir, aber habe ihn oder sie bisher noch nicht aufs Papier gebracht.»

Auf Rita Juons Webseite erfährt man alles weitere über eine Frau mit unglaublich viel Engagement und Willen ihre Träume in Taten umzusetzen.

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