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Engadin für Anfänger

Drei Visionäre der Kunst hat Ingrid Isermann in ihrer neuen Publikation vereint. «Auf den Spuren von Giacometti, Segantini und Nietzsche» ist gerade auch für Leser ohne grosses Vorwissen gedacht.

Fadrina
Hofmann
Mittwoch, 27. September 2017, 15:27 Uhr Neu erschienen

Über die Künstler Alberto Giacometti und Giovanni Segantini sowie den Dichter Friedrich Nietzsche ist bereits viel Schwergewichtiges geschrieben worden. Ingrid Isermann hat die drei Genies nun in einer Publikation zum Engadin vereint und in einen weiteren Kontext gestellt. Entstanden ist ein handliches Buch mit Geschichten, Gedichten und Fotos. Die Autorin nennt ihr Werk: «Auf den Spuren von Giacometti, Segantini und Nietzsche» eine «Hommage an das Engadin» und einen «poetischen Reiseführer an lichtvolle Kurorte».

Das kürzlich im Somedia Buchverlag erschienene Büchlein ist mit 64 Seiten keine schwere Lektüre. Es beginnt mit drei Porträts. Für Giovanni Segantini (1858–1899) hatte das Oberengadin den Zauber einer mystischen Landschaft. Die Intensität des berühmten Engadiner Lichts in seinen Gemälden eröffnete ein neues Sehen in der Landschaftsmalerei und in der Kunst. Alberto Giacometti (1901–1966), der berühmte Sohn des Bergells, erlangte mit seinen Skulpturen wie «L’homme qui marche» Weltruhm. Friedrich Nietzsche (1844–1900) verbrachte die Sommer in Sils i. E., «wo Finnland und Italien zum Bunde zusammengekommen sind». Hier entstanden bedeutende Werke wie «Zarathustra». Hier steht auch das Nietzsche-Haus. Er wird im Buch von Ludwig Harig vorgestellt. Er ist einer von mehreren Autoren, welche ihr Fachwissen in die Publikation von Isermann einfliessen lassen. Unter anderem wurden auch noch Beiträge von Stefan Zweifel, Beat Stutzer und Daniele Muscionico übernommen.

Das Engadin – Lieblingslandschaft

Spätestens ab Mitte des Buches wird dem Leser klar, dass es sich nicht um ein Buch für ausschliesslich Kunstinteressierte handelt. Es gibt ein Porträt über das Engadin, die Autorin selbst schreibt über die Schweiz und ihre persönliche Beziehung zum kleinen Alpenland – Isermann stammt aus Hamburg, lebt aber bereits seit über 50 Jahren in der Schweiz. «Das Engadin ist immer meine Lieblingslandschaft gewesen», erzählt sie.

Im Buch werden auch vier Hotels vorgestellt: das Waldhaus in Sils, das Suvretta House in St. Moritz, das Hotel Bernina in Samedan und die Pensiun Aldier in Sent. Von einem «Blick hinter die Kulissen» spricht Isermann. «Angeregt wurde das Buchprojekt durch eine Pressereise durchs Engadin vor einem Jahr», erklärt sie. Die Aufenthalte in den Hotels hätten ihr gezeigt, dass zum Kulturangebot des Tals auch solche aussergewöhnlichen Hotels gehören. Das Buch «Auf den Spuren von Giacometti, Segantini und Nietzsche» wird nun in den Hotels aufgelegt und somit einem breiten Publikum zugänglich gemacht. «Das ist aber keine touristische Charmeoffensive, das hat sich einfach so ergeben», betont die Autorin.

Die Facetten von Natur und Kultur

Ziel von Isermann war, ein Buch zu publizieren, welches viele Facetten und Perspektiven zu einem Thema aufzeigt. «In dieses Buch kann man immer wieder mal reinschauen», sagt Isermann. Der Leser kann fachkundige Artikel, Gedichte von Leta Semadeni, Leo Tuor oder der Autorin selber, einen Beitrag zum Kunstmuseum in Chur oder die Seiten mit den Kulturtipps des Engadins lesen. «Es ist nie abgehobener Lesestoff», meint die Autorin. «Auf den Spuren von Giacometti, Segantini und Nietzsche» sei schlicht ein Buch für all jene, welche Natur und Kultur lieben – und das Engadin.

Ingrid Isermann: Engadin – Auf den Spuren von Giacometti, Segantini und Nietzsche. Somedia Buchverlag, 64 Seiten, 25 Franken.

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