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Traditionelle Schuhmacherei gewinnt 40’000 Franken

Während kaputte Schuhe heute meist direkt entsorgt und ersetzt werden, repariert die Schuhmacherei New Rada Bergschuhe und Kletterfinken. Nun wurde sie für ihr Engagement belohnt.

Südostschweiz
18.09.24 - 11:00 Uhr
Graubünden
Le Prese: In der Werkstatt von New Rada wird eine Bergschuhsohle sorgfältig abgeschliffen.
Le Prese: In der Werkstatt von New Rada wird eine Bergschuhsohle sorgfältig abgeschliffen.
Bild Noa Bühler

Die Schweizer Berghilfe verleiht bereits zum elften Mal den Prix Montagne an Projekte, die zur wirtschaftlichen Förderung der Schweizer Bergregionen beitragen. Jetzt konnte sich die Schuhmacherei New Rada den Gewinn durch ihre Bemühungen sichern, Arbeitsplätze in den Südtälern zu schaffen und gleichzeitig einen nachhaltigen Umgang mit Schuhen zu fördern. Am Freitag vor einer Woche wurde dem fünfköpfigen Team aus Graubünden in Bern der Preis überreicht. Orlando Rada, der den Familienbetrieb seit 30 Jahren zusammen mit seiner Frau Leonia führt, zeigte sich überwältigt von der Auszeichnung: «Das ist der absolute Wahnsinn.»

Zwei Standorte

Die Schuhmacherei hat zwei Standorte. In Pontresina befindet sich das Fachgeschäft, in Le Prese der Hauptstandort für Schuhreparaturen. In der kleinen Werkstatt am Lago di Poschiavo werden jährlich etwa 3000 Paar Bergschuhe und Kletterfinken repariert. Diese kommen jeweils per Paket mit der Post an. «Am Morgen öffne ich zuallererst die Pakete und sehe mir an, was die Kunden genau haben möchten.»

Radio Südostschweiz war zu Besuch in der Werkstatt:

Ein Beruf mit Familientradition

Der Betrieb hat sich insbesondere auf die Reparatur von Bergschuhen spezialisiert – eine bewusste Entscheidung, da Orlando Rada selbst in den Bergen aufgewachsen ist. Früher habe er im Sommer als Hirte auf der Alp gearbeitet und seine Freizeit mit Wandern und Bergsteigen verbracht. «Die Berge waren immer ein Teil meines Lebens», betont Rada. In den Bergen habe er gelernt, was ein gutes Paar Bergschuhe ausmache, und es mache ihn stolz, den Schuhen seiner Kunden ein zweites Leben zu geben.

«Die Berge waren immer ein Teil meines Lebens.»

Orlando Rada, Geschäftsführer New Rada

Rada begann seine Karriere im Schuhmachergeschäft bereits mit 16 Jahren beim Antritt seiner Lehre als Schuhmacher. Das kam nicht von ungefähr, denn sein Vater sei bereits Schuhmacher gewesen. Und auch nach ihm sterbe dieser Beruf in seiner Familie nicht aus: «Meine Tochter ist Schuhmacherin und mein Bruder ist Schuhmacher. Ausserdem hat mein Sohn vor Kurzem mit der Lehre als Schuhmacher begonnen.»

40’000 Franken Preisgeld

Mit dem Gewinn des Wettbewerbs erhielt New Rada ein Preisgeld von 40’000 Franken. Dieses soll unter anderem in die Werbung investiert werden so Rada. Er wolle die Menschen daran erinnern, ihre Schuhe lieber reparieren zu lassen, anstatt sie wegzuwerfen. Dies sei nicht nur umweltfreundlicher, sondern fördere auch das lokale Handwerk.

Stolz: Leonia und Orlando Rada posieren in ihrer Werkstatt in Le Prese.
Stolz: Leonia und Orlando Rada posieren in ihrer Werkstatt in Le Prese.
Bild Noa Bühler
Vielfältig: Laut Orlando Rada braucht es für jeden Schuhtyp eine andere Schuhsohle.
Vielfältig: Laut Orlando Rada braucht es für jeden Schuhtyp eine andere Schuhsohle.
Bild Noa Bühler
Neue Aufträge: Die Schuhe zur Reparatur werden der Schuhmacherei per Post zugeschickt.
Neue Aufträge: Die Schuhe zur Reparatur werden der Schuhmacherei per Post zugeschickt.
Bild Noa Bühler

Publikumspreis

Neben dem Hauptpreis wurde in Bern auch ein Publikumspreis in Höhe von 20’000 Franken vergeben. Der Gewinner wurde dabei über eine Onlineabstimmung bestimmt. Der Zauberwald Lenzerheide setzte sich mit 8600 Stimmen durch. 

Somit gingen beide Preise des Jahres 2024 nach Graubünden. Und sogar in der Jury sass ein Bündner. Dario Cologna war dieses Jahr nämlich zum ersten Mal Jurypräsident.

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