Mit dieser Karte schafft es Dafi Kühne auf die Küchentische der höchsten Politiker
Im Glarnerland ist Druckkünstler Dafi Kühne eine Bekanntheit. Mit einer einfachen Karte schafft er es jetzt bis nach Bundesbern.
Im Glarnerland ist Druckkünstler Dafi Kühne eine Bekanntheit. Mit einer einfachen Karte schafft er es jetzt bis nach Bundesbern.
Auch Bundesräte haben Weihnachtsferien. Und traditionell verschicken sie auch Weihnachtsgrüsse mit einer individuellen Karte.
In diesem Jahr ist zum Beispiel es bei Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP) eine Berg-Skyline, bei der der Säntis erkennbar ist. Er stehe für Beständigkeit und strahle eine geradezu mystische Kraft aus, sagt sie dazu.
Bei Beat Jans (SP) hingegen wird's lebendiger. Er hat sich für ein Jubel-Bild der Schweizer Frauen-Nati an der Heim-Europameisterschaft in diesem Jahr entschieden. Dazu das Motto: «Zämme goots besser!».
Der Berner Albert Rösti (SVP) integriert in seine Weihnachtskarte sogar einen Trick: Es ist ein Wackelbild, das je nach Blickwinkel eine ländliche Idylle zeigt, oder dieselbe Landschaft, aber mit Strommasten, Eisenbahnschienen und ausgebauter Strasse. Man wolle damit aufzeigen, wie sein Departement (für Umwelt, Verkehr und Energie) aus verschiedenen Perspektiven auf eine Thematik schaue. Dabei gelte es, die richtige Balance zwischen Schutz und Nutzen zu finden.
Emmentaler oder nicht?
Die Weihnachtskarte der jurassischen Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider (SP) kommt sehr klassisch daher. Sie zeigt einen Schriftzug 2026 in warmen Farben. Der «Blick» kommentiert dazu: «Das Bild erinnert auf den ersten Blick an einen löchrigen Emmentaler-Käse. Doch gemach, auch wenn es bei den AHV-Finanzen und Gesundheitskosten Löcher zu stopfen gilt, hat sich SP-Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider (62) aus ganz anderen Gründen für das Sujet entschieden.»
Die Bundesrätin hat dann auch durchaus warme Worte für das Bild übrig. Das Sujet habe sie mit der starken Formen- und Farbsprache überzeugt. Die Gelbtöne für Wärme und Zuversicht, die Kreise für Begegnung und Verbundenheit. Und, das Bild stammt aus einer Druckmaschine aus den 1960ern: «Ein Sinnbild für den bereichernden Austausch zwischen Tradition und Moderne.»
Was dabei nicht erwähnt wird: Die alte Druckmaschine steht im Kanton Glarus, im Atelier des Künstlers Dafi Kühne. Auf seinem Instagram-Profil zeigt sich Kühne glücklich darüber, dass seine Kreation ausgewählt wurde. Und er teilt mit seinen Followern den Entstehungsprozess der Karte an der alten Maschine.
Sebastian Dürst ist Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er ist in Glarus geboren und aufgewachsen. Nach Lehr- und Wanderjahren mit Stationen in Fribourg, Adelboden und Basel arbeitet er seit 2015 wieder in der Heimat. Er hat Religionswissenschaft und Geschichte studiert. Mehr Infos
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.