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Damit die Postautos im Klöntal wenden können, brauchts neu einen Verkehrsdienst 

Diesen Sommer kommt man einfacher ins Klöntal: Der Glarner Regierungsrat hat einen Halbstundentakt der Buslinie an schönen Sonntagen beschlossen. Das zieht auch andere Kosten nach sich.

Sebastian
Dürst
24.05.24 - 04:30 Uhr
Glarus
Schön, aber auch im Weg: Die Postis müssen an der Haltestelle Rhodannenberg wenden, dafür braucht es Sicherheitspersonal. 
Schön, aber auch im Weg: Die Postis müssen an der Haltestelle Rhodannenberg wenden, dafür braucht es Sicherheitspersonal. 
Bild Autobetrieb Niederer
Schon Ende April hat der Glarner Regierungsrat mitgeteilt, dass er für Entlastung im Klöntal sorgen will. Um mehr Leute zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs zu animieren, fährt das Postauto in diesem Sommer an schönen Sonntagen im Halbstundentakt vom Bahnhof Glarus bis zum Rhodannenberg. Das kostet den Kanton rund 20’000 Franken, wie er schreibt. Den Halbstundentakt an den beliebtesten Tagen haben die Verantwortlichen schon letztes Jahr getestet.

Wie die Regierung jetzt mitteilt, gilt es dabei, auch noch andere Kosten zu bezahlen. Anders als der reguläre Buskurs fahren die neuen Busse nur bis zum Seedamm, wo sich die Bushaltestelle Rhodannenberg befindet. Das hat auch die Folge, dass die Postis auf begrenztem Platz relativ umständlich wenden müssen. Und dafür brauche es einen Verkehrsdienst, heisst es in der Mitteilung weiter. Diesen Verkehrsdienst, den die Gemeinde Glarus organisiert, bezahlt der Kanton.

Die Gemeinde Glarus hat beim Kanton aber noch um mehr Geld angefragt, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Sie beantragte eine Mitfinanzierung des Verkehrskonzeptes der Gemeinde. Dieses Verkehrskonzept sieht unter anderem eine Verkehrsregelung bei den Parkplätzen am See vor. Zudem wird der Zugang ins Klöntal gesperrt, wenn die Zufahrt für die Blaulichtorganisationen nicht mehr gewährleistet ist. «Der Regierungsrat lehnt eine Mitfinanzierung der Kosten der Umsetzung des Verkehrskonzepts der Gemeinde Glarus ab, weil dafür keine rechtliche Grundlage besteht», heisst es dazu knapp in der Medienmitteilung des Kantons.

Es gibt noch mehr Massnahmen

Die Massnahmen für das Klöntal kommen nicht von ungefähr: Spätestens seit der Coronapandemie wird das Klöntal an schönen Sommertagen immer wieder von Touristinnen und Touristen überflutet. Und weil so viele von ihnen mit dem Auto kommen, führt das in schöner Regelmässigkeit zu einem Verkehrschaos, dem die Bergstrasse nicht gewachsen ist. 

Die Schliessungen der Strasse, die Verkehrsregelung und die zusätzlichen Busse sind nicht die einzigen Folgen davon. Vor zwei Jahren hat die Glarner Landsgemeinde den Antrag für «Slow Sundays» im Klöntal leicht abgeändert angenommen. Es ist zwar noch nicht klar, an wie vielen Sonntagen das Klöntal damit autofrei wird, aber dass es passieren wird, steht fest. Angekündigt ist, dass die Landsgemeinde 2025 über die konkrete Ausgestaltung der Vorlage entscheiden kann. 

Sebastian Dürst ist Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er ist in Glarus geboren und aufgewachsen. Nach Lehr- und Wanderjahren mit Stationen in Fribourg, Adelboden und Basel arbeitet er seit 2015 wieder in der Heimat. Er hat Religionswissenschaft und Geschichte studiert. Mehr Infos

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