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Wetter extrem: Dieser Herbst im Glarnerland stellte Hitzerekord und Schneerekord auf 

Der Herbst brach im Glarnerland Rekorde in verschiedenen Kategorien: Anfang September stieg das Thermometer auf über 30 Grad – und im Hauptort fiel so viel Schnee wie noch nie im November. 

Südostschweiz
02.12.24 - 11:24 Uhr
Glarus
Grün und Weiss, kalt und heiss: Der Herbst im Glarnerland zeigte sich von allen Seiten.
Grün und Weiss, kalt und heiss: Der Herbst im Glarnerland zeigte sich von allen Seiten.
Bilder Fridolin Rast/Pressebild SRF

Am 7. September tat sich Historisches im Kantonshauptort. Das Thermometer zeigte zum ersten Mal im meteorologischen Herbst in unserem Kanton mehr als 30 Grad. Der neue Höchstwert liegt bei 30,6 Grad. Mit 26,1 Grad wird in Elm der 7. September immerhin als Sommertag in die Annalen eingehen.

Zu wenig Sonne, aber nur ein wenig

Bis Ende Oktober setzte sich der Wettertrend des Jahres fort. Die Sonne machte sich meist rar, und immer wieder fiel Regen. Dank einem Zwischenspurt Anfang November und auch wieder am Ende des Monats betrug das Sonnenscheindefizit bei uns im Kanton, über den ganzen Herbst gesehen, nur rund 10 Prozent.

Das sieht im Mittelland anders aus. Dort herrschte im November – anders als im sonnigen Glarnerland – Nebel, und so wurden beispielsweise in Zürich nur etwas mehr als 80 Prozent des sonstigen Sonnenscheins verzeichnet. Generell gab es im Herbst 24 weniger Sonnenschein als sonst. 

Meist zu nass, aber kein Vergleich mit dem Vorjahr

Bis Ende Oktober gab es auch in den meisten Gegenden der Schweiz mehr Niederschlag als sonst. Bei uns im Kanton war der Niederschlagsüberschuss mit etwa 15 bis 20 Prozent sogar eher gering. Dies hatte auch mit den zahlreichen Südföhn- und Südwestlagen zu tun.

Die Ausnahme bildete die Messstation in Braunwald. Dort war der Herbst 2024 sogar nur minimal zu nass mit etwa 3 Prozent. Extrem fällt der Vergleich dagegen zum Vorjahr aus. Fielen in diesem Jahr 350 bis 450 Millimeter Niederschlag, waren es im Herbst des Vorjahres rund 700 Millimeter. In Elm und Glarus gab es in diesem Jahr 60 Prozent des Vorjahresniederschlages. 

Das lange Warten auf den ersten Schnee

Schon Mitte September fielen einzelne Flocken bis unter 1000 Meter Meereshöhe. Für die Statistik waren sie aber irrelevant. Als Definition für einen Neuschneetag gilt, dass an der Messstation am folgenden Morgen um 7 Uhr noch mindestens ein Zentimeter Neuschnee liegen muss. Schmilzt der Schnee bis zu diesem Zeitpunkt, erscheint kein Schnee in der Statistik.

Es erstaunt daher nicht, dass in diesem Herbst der erste messbare Schnee in Elm erst am 21. November verzeichnet wurde. Frau Holle schien sich an die Devise «wenn schon, denn schon» zu halten: So lagen am 22. November in Glarus 38 Zentimeter Neuschnee. Dies bedeutete im Hauptort einen neuen lokalen Höchstwert für den Monat November.

Temperaturen über der Norm

Im Vergleich zur klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990 war es in Glarus 1,1 Grad zu warm, in Elm waren es 1,8 Grad. In diesem Bereich bewegte sich der Temperaturüberschuss auch in den anderen Landesteilen. In Chur waren es aufgrund der häufigen Föhnphasen sogar genau zwei Grad mehr als sonst im Herbst. Vergleicht man allerdings mit den beiden letzten Jahren, so war es in diesem Jahr schon fast kühl. Im Jahre 2022 war der Herbst in der Stadt Glarus 1,3 Grad wärmer, im Vorjahr waren es sogar 1,8 Grad.

Und der Winter? 

Für den Winter ist noch vieles offen. Momentan ist auch noch kein Trend zu erkennen. Zunächst scheint es mässig kühl und mit Niederschlag weiterzugehen. Da aber kräftige Tiefdruckgebiete über dem nahen Atlantik liegen, kann es zumindest in höheren Lagen auch den einen oder anderen kräftigen Schneefall geben.

*Der Glarner Felix Blumer ist Meteorologe bei Schweizer Radio und Fernsehen.

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