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«Der Januar war im Glarnerland zu warm», sagt Meteorologe Felix Blumer

Im Kantonshauptort Glarus lagen die Temperaturen im Januar fast drei Grad über der Norm. Dabei war es gar nicht besonders sonnig. 

Südostschweiz
01.02.24 - 14:18 Uhr
Glarus
Schnee fiel nur wenig: Zum Jahresanfang war es im Glarnerland nur selten weiss – wie hier im Oberseetal. 
Schnee fiel nur wenig: Zum Jahresanfang war es im Glarnerland nur selten weiss – wie hier im Oberseetal. 
Bild Archiv/Keystone

von Felix Blumer*

Temperaturmässig waren wir im Januar auf einer Achterbahn unterwegs. Die erste Januarwoche sorgte in weiten Teilen der Schweiz für mildes Wetter. Besonders am 3. Januar lagen die Temperaturen weit über dem Schnitt. Auch in der Stadt Glarus lag der Höchstwert bei 11,5 Grad, in Elm waren es 7,3 Grad. Danach klopfte am ersten Januarwochenende der Winter an, und die Temperaturen sanken deutlich ab.

Nach kräftigen Schneefällen wurden am Montagmorgen, 8. Januar, in Elm 50 Zentimeter Schnee gemessen. Danach gab es nur noch wenig Niederschlag, aber es war kalt. Mehrfach sank die Temperatur in Elm in den zweistelligen Minusbereich, am 19. und am 20. Januar in der Früh gab es je einen Tiefstwert von -13,8 Grad. Insgesamt brachte es Elm auf elf Eistage, also Tage, an denen die Temperatur nie über den Gefrierpunkt stieg.

Am 22. Januar kam der Frühling

Im Hauptort wurde es dagegen nur bedingt winterlich. Das erste Januarwochenende brachte nur einen Zentimeter Schnee, und auch die fünf Zentimeter Neuschnee am 15. Januar liessen nur bedingt richtige Wintergefühle aufkommen. Auch die fünf Eistage zur Monatsmitte waren nicht berühmt. Die teilweise klaren Nächte brachten aber dennoch tiefe Temperaturen. Am 20. Januar gab es einen Tiefstwert von -9 Grad im Hauptort. 

Im letzten Monatsdrittel erreichte uns wieder sehr milde Luft. Besonders am 24. Januar war es an vielen Orten frühlingshaft. Im Engadin und im Wallis gab es stellenweise den wärmsten Januartag seit Messbeginn. Bei uns gab es an jenem Tag 13 Grad in Glarus und 9,1 Grad in Elm. Mit Föhn war es aber in Elm am 17. Januar noch etwas wärmer. 

  Gut 2,5 Grad Temperaturüberschuss

Insgesamt dominierten die Warmphasen. Im Vergleich zur klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990 war es in Glarus 2,9 Grad zu warm und in Elm 2,1 Grad. Insgesamt betrug der Wärmeüberschuss in der Schweiz gut 2,5 Grad, in Sitten waren es sogar 3,4 Grad.

Die Sonnenscheindauer entsprach an vielen Orten dem langjährigen Schnitt. Auch südlich der Alpen war die Besonnung nur leicht überdurchschnittlich. Speziell sonnig war es in St. Gallen. Dort lag die Zahl der Sonnenscheinstunden fast 80 Prozent über der Norm. In Glarus zeigte sich die Sonne während 52 Stunden, was ziemlich genau der Norm entsprach.

Bei uns im Kanton fiel im Januar rund 10 Prozent mehr Niederschlag als in einem durchschnittlichen Januar. Generell war es nördlich der Alpen eher zu nass. In St. Gallen fiel sogar mehr als ein Faktor 2 der üblichen Niederschlagsmenge. Inneralpin entsprachen die Werte ungefähr der Norm, und im Süden war es zu trocken.

In den kommenden Tagen geht es mit hohen Temperaturen weiter, und es bleibt auch ziemlich sonnig. Es könnte durchaus noch einige Tage dauern, bis die Temperaturen auf für die Jahreszeit üblich Werte zurückgehen.

*Der Glarner Felix Blumer ist Meteorologe bei Schweizer Radio und Fernsehen.

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