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Wie viele Luchse leben im Glarnerland? Fotofallen sollen bald Antworten liefern

Zwischen dem oberen Zürichsee, dem Oberalpstock und dem Glarner Grosstal werden ab Februar Fotofallen aufgestellt. Die Stiftung Kora will so erstmals in diesem Gebiet die Luchspopulation erforschen.

Südostschweiz
29.01.24 - 11:53 Uhr
Glarus
Mit Fotofallen: Während 60 Nächten wird unter anderem im Glarner Grosstal die Luchspopulation erforscht.
Mit Fotofallen: Während 60 Nächten wird unter anderem im Glarner Grosstal die Luchspopulation erforscht.
Bild Stiftung Kora

Ab Anfangs Februar werden in der östlichen Zentralschweiz in einem Gebiet von 1278 Quadratkilometern an 84 Standorten Fotofallen aufgestellt. Hineintappen und fotografiert werden soll ein Jäger auf leisen Pfoten: der Luchs. Die Stiftung Kora will mit diesem sogenannten Monitoring erstmals in den Kantonen Glarus, Schwyz, Uri und Zug die Population der dort lebenden Luchse erforschen.

Die grösste europäische Katze lebt gut getarnt im Wald. In der Dämmerung und nachts gehen Luchse auf Beutezug – allein. Um ein Individuum identifizieren zu können, sollte das Tier von beiden Seiten fotografiert werden. Deshalb werden immer zwei Fotofallen pro Standort platziert. Die Fotofallen werden für rund 60 Nächte im Gebiet zwischen dem oberen Zürichsee, dem Oberalpstock und dem Glarner Grosstal aufgestellt sein. Regelmässig werden Wildhüter oder Mitarbeitende der Stiftung Kora die Fotofallen kontrollieren und am Ende des Durchgangs wieder entfernen. 

Die Bevölkerung wird laut Mitteilung des Kantons Glarus in den Monitoring-Gebieten mit Infoschildern auf die Fotofallen hingewiesen. Alle Bilder von Personen oder Fahrzeugen werden anonymisiert.

Ergebnisse im Herbst erwartet

Die Stiftung Kora führt zurzeit in drei Referenzgebieten Luchs-Monitorings durch. Nebst der Zentralschweiz Ost werden in diesem Winter auch in den Gebieten Simme-Saane und Zentralschweiz West Luchs-Fotofallen aufgestellt. Die Resultate der diesjährigen Monitoring-Durchgänge werden im Herbst erwartet.

Die Referenzgebiete werden in Zusammenarbeit mit den Kantonen und dem Bund definiert. Sie werden in Abhängigkeit von der Entwicklung der Luchspopulation ermittelt. (mitg/red)
 

Das heimliche Leben des Luchses 

40 Katzenarten gibt es auf der Welt. Die grösste in Europa vorkommende Art ist der eurasische Luchs. Voll ausgewachsen erreicht er eine Schulterhöhe von 50 bis 60 Zentimeter und wiegt zwischen 17 und 26 Kilogramm. Abgesehen von der Paarungszeit lebt er einzelgängerisch und beansprucht Reviere von zwischen 40 und 400 Quadratkilometern. Trotz seiner Grösse ist es schwierig, das Tier mit seinen charakteristischen Pinselohren zu Gesicht zu bekommen. Denn der Luchs lebt heimlich und gut getarnt und ist vorwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs.

Die Luchsin bringt durchschnittlich zwei Junge zur Welt, die während rund zehn Monaten bei ihr bleiben. Danach lösen sie sich von ihr und suchen ein eigenes Revier. In dieser Zeit sind sie diversen Gefahren ausgesetzt, weshalb nur gerade ein Viertel der Luchse das dritte Lebensjahr erreicht. Das älteste bekannte Tier in der Schweiz wurde 18 Jahre alt. Lange galt der Luchs in weiten Teilen Europas als ausgerottet. Vor 40 Jahren wurden in der Schweiz erste Luchse erfolgreich wieder angesiedelt. Heute leben laut dem Bundesamt für Umwelt rund 300 Tiere in unseren Wäldern.

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Danke allen Menschen die sich unermüdlich für alle Wildtiere und Biodiversität einsetzten.
Möge dieses Engagement stärker sein,
als die Unwissenheit der "Zuvilisierten"
Bevölkerung. Zu viele Menschen reden dem Kollektiv nach, mögen alle lernen selber zu denken, anstatt üble Nachrichten zu verbreiten, die letztendlich sinnlos sind.

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