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Glarus Nord bewilligt fürs Esaf sieben Besenbeizen, die sind aber (eigentlich) nur für Campierer

Wem der Trubel am Esaf zu viel ist, kann in der Gemeinde Glarus auf eine Besenbeiz ausweichen. Nicht so in Glarus Nord: Dort dürfen offiziell nur Campinggäste einkehren.

Lynn
Disch
28.08.25 - 11:00 Uhr
Glarus
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Nur Campinggäste können ein Bier in einer Besenbeiz geniessen.
Symbolbild: Keystone/SDA

Die Gemeinde Glarus Nord informierte im Oktober 2024 darüber, dass man für eine Besenbeiz während des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests eine Bewilligung braucht. Wer seine Garage in eine Bar verwandeln wollte, musste sich bei der Gemeinde melden.

Die Gemeinde machte aber eine Auflage: Besenbeizen dürfen nicht in der Nähe von Verbindungswegen und Notfallachsen vom und zum Festgelände beim Flugplatz Mollis liegen. Dies betreffe insbesondere grössere Strassen wie die Kantonsstrasse, die Tschachenstrasse in Näfels oder die Glärnischstrasse sowie die Erlenstrasse in Mollis, hiess es in der Medienmitteilung vom Oktober. Auf Anfrage der «Glarner Nachrichten», wie viele Besenbeizen mittlerweile bewilligt wurden, teilt die Gemeinde mit: gar keine.

Neun Gesuche – keine Bewilligung

Neun Gesuche für Besenbeizen seien bei der Gemeinde Glarus Nord eingereicht worden. «Alle neun Gelegenheitswirtschaften befanden sich im Bereich eines Verbindungsweges und/oder einer Notfallachse zum Festgelände», begründet Bereichsleiter Gesellschaft, Mirko Slongo. Wo genau die Besenbeizen gewesen wären, könne die Gemeinde aus Datenschutzgründen nicht sagen.

Den «Glarner Nachrichten» ist bekannt, dass es Besenbeizen gibt. Nach mehrmaligem Nachhaken teilt die Gemeinde Glarus Nord mit, dass sie doch sieben Bewilligungen erteilt hat. Allerdings würden diese ausschliesslich für die Bewirtung von eigenen Campinggästen gelten. Nicht für die Bewirtung der Öffentlichkeit. Wieso sie zwischen der Bewirtung der Öffentlichkeit und der Bewirtung von Campinggästen unterscheiden, sagt die Gemeinde nicht.

Mehrere Anfragen

Zudem teilt die Gemeinde mit, dass es verschiedene weitere Anfragen aus der Bevölkerung gegeben habe, die sich nach einer Bewilligung für eine Besenbeiz erkundigt hätten. Aus verschiedenen Gründen habe die Gemeinde den Interessenten schon zuvor abgesagt, ohne dass es überhaupt zu einem Gesuch gekommen sei, schreibt Kommunikationsverantwortliche Melissa Stüssi.

«Die Gemeinde Glarus Nord prüfte und beurteilte sämtliche Anfragen und Gesuche nach denselben Kriterien», so Stüssi. Bei weiterem Nachfragen, was denn «dieselben Kriterien» beinhalten würden, will die Gemeinde Glarus Nord nicht sagen.

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